30.10.2020 18:30 |

„Pragmatischer Umgang“

Maske und Co.: Junge Menschen tragen Maßnahmen mit

Frühere Sperrstunden, geschlossene Clubs, kein Umarmen, dafür aber Maskenpflicht: Was denken junge Menschen in Österreich über die Corona-Beschränkungen? Eine aktuelle Studie kommt zum - teilweise doch überraschenden - Ergebnis, dass die Maßnahmen beim überwiegenden Teil auf Zustimmung stößt. „Das Jugend-Bashing ist fehl am Platz. Die ‚Corona-Generation‘ geht sehr pragmatisch mit der Krise um und scheint noch nicht sehr besorgt über ihre Zukunft zu sein“, fassen die Autoren zusammen. 

Trotz gegenteiliger Vermutungen hält der überwiegende Teil der jungen Menschen in Österreich die Corona-Beschränkungen für angemessen. Die meisten beachten sie einer neuen Studie „Jugend Trend Monitor“ von DocLX und Marketagent zufolge auch. 

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78 Prozent der jungen Österreicher halten sich an die Maßnahmen, vor allem an die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften und Lokalen. Frauen sind bei der Einhaltung der Maßnahmen etwas konsequenter und rigoroser.

Thomas Schwabl, Geschäftsführer Marketagent

Maskenpflicht in Öffis und Gastronomie wird klar befürwortet
Demnach sprechen sich 88,3 Prozent der Befragten für die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln aus, rund 85 Prozent für Hygieneregeln und Babyelefanten-Abstand. 78,7 Prozent begrüßen die verschärften Regeln zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Handel und in der Gastronomie. Mehr als die Hälfte erachtet auch die Personenobergrenze bei Veranstaltungen für sinnvoll. Nur 46,6 Prozent finden dagegen die Corona-Ampel sinnvoll und lediglich 36,7 Prozent begrüßen die früheren Gastro-Sperrstunden. 

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Das Jugend-Bashing ist fehl am Platz. Österreich kann stolz auf seine Jugend sein. Obwohl junge Menschen stark unter den Einschränkungen sozialer Kontakte leiden, werden die Maßnahmen positiv bewertet und mitgetragen.

Alexander Knechtsberger, DocLX-Gründer

Familie und Freunde haben an Stellenwert gewonnen
Persönlicher Kontakt mit Freunden ist 91,2 Prozent der Befragten wichtig. Beim Fortgehen mit Freunden können 74,7 Prozent ihre Sorgen kurzfristig vergessen. Familie und Freunde haben durch Covid-19 für 73,1 Prozent einen höheren Stellenwert gewonnen. Ebensoviele zeigen sich besorgt, dass ältere Familienmitglieder am Virus erkranken könnten und 64,9 Prozent fürchten, selbst zu erkranken.

Gespaltene Meinung zur Nachtgastronomie
Der weitgehende Stillstand in der Nachtgastronomie spalten das junge Österreich in drei ähnlich große Lager. 35,6 Prozent leiden kaum bis gar nicht darunter, 39,2 Prozent verspüren einen Leidensdruck. Insbesondere Jüngere und Frauen würden gerne wieder zu später Stunde das Tanzbein schwingen. 51,9 Prozent sind der Meinung, dass die Maßnahmen in der Gastronomie vor allem junge Menschen treffen.

Noch keine tiefen Sorgenfalten
Hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft machen sich 55,3 Prozent der jungen Österreicher derzeit wenig bis gar keine Sorgen. Nur elf Prozent sind jetzt schon tiefe Sorgenfalten ins Gesicht geschrieben. Etwas besorgter sind Frauen und die 20- bis 24-Jährigen, die schon am Start ins Berufsleben stehen.

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Ausbildung und Berufseinstieg gestalten sich für den ‚Corona-Jahrgang‘ sehr schwierig. Diese Generation wird noch lange an den Auswirkungen der Pandemie leiden.

Alexander Knechtsberger

Zwei Drittel machen sich keine Sorgen, als „Generation Corona“ den Anschluss zu verlieren. Dem steht jedoch ein besorgtes Drittel gegenüber, das meint, die Zugehörigkeit zum Erwachsensein durch die Pandemie und die Maßnahmen zu verlieren.

Positives Zeugnis für Regierungsarbeit
38 Prozent beurteilen die Arbeit der österreichischen Bundesregierung positiv, nur 5,4 Prozent stellen ihr ein „Nicht genügend“ aus. 87,2 Prozent wissen, dass alle an einem gemeinsamen Strang ziehen müssen, um die Verbreitung der Pandemie einzudämmen.

Für die Studie wurden 2658 junge Frauen und Männer im Alter von 14 bis 24 Jahren in Österreich zwischen Ende September und Ende Oktober befragt.

Franz Hollauf
Franz Hollauf
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