Der jüngste Regen hat die Brandgefahr im grünen Tann bestenfalls gedämpft – dessen sind sich die heimischen Forstbetriebe sicher. Noch vor weiterem Brandausbruch gehen sie mit der Feuerwehr in die Präventionsoffensive.
Die Hitze drückt schon wieder, Regen bleibt wohl erneut aus – und aus einem einzigen Funken kann zur Katastrophe werden. Waldbesitzer rüsten sich deshalb – längst, bevor die ersten Flammen lodern. Beim obersteirischen Forstbetrieb Mayr-Melnhof-Saurau in St. Michael, bekanntlich auch tief in Niederösterreich verwurzelt, zeigt sich, wie der Kampf gegen Infernos heute beginnt: mit klimafitten Bäumen, Löschteichen und Schulterschluss mit der Feuerwehr.
„Klimawandel macht Waldbrände zur neuen Realität“, warnt der blaugelbe Land&Forstbetriebe-Chef Konrad Mylius zu Schloss Haag. Seine Sorge: Im Schnitt fehlt weiter rund ein Drittel des üblichen Niederschlags. Daher setze man umso sorgfältiger auf Prävention.
Mayr-Melnhof-Saurau hat daher fünf Löschwasserteiche angelegt, ausgestattet mit Saugstellen, GPS-Punkten und einem digitalen Leitsystem. Regelmäßige Übungen mit den örtlichen Florianis sorgen dafür, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt. Die Reserven an kostbarem Nass sind auch ökologisch wertvoll. Denn in den Teichen entsteht neues Leben. „Amphibien finden hier ein Zuhause. Es kreucht und fleucht“, versichert Mayr-Melnhof-Saurau.
„Wenn es brennt, zählt jede Minute. Gut ausgebaute Forststraßen und Wasserstellen sind für die Einsatzkräfte oft die Lebensadern im Wald“, bestätigt auch Friedrich Hardegg, der im Pielachtal Vorsorge trifft. Bundesfeuerwehr-Chef Robert Mayer verweist darauf, dass rund 82 Prozent aller Waldbrände durch menschliches Verhalten ausgelöst werden. 2026 wurde deshalb zum „Jahr der Prävention“ erklärt. Das sei günstiger als das Löschen und vor allem wirksamer.
Appell an Naturnutzer: keine weggeworfenen Zigarettenstummel, kein offenes Feuer, kein leichtsinniger Funke. In einem Forst im Pielachtal werden diese Warnungen aber ignoriert. Forstbetrieb-Besitzer Ludovico Tacoli aus Obergrafendorf: „Auf unseren Wildkameras tauchen immer wieder zwei skrupellose Motocrossfahrer mit Vollvisierhelmen auf, die trotz akuter Brandgefahr durch den staubtrockenen Wald brettern.“
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