01.11.2020 06:00 |

Mode als Leidenschaft

Dirk Heidemann: „Ich bin ein bunter Hund“

„Dancing Stars“-Juror Dirk Heidemann über Schulterpolster, Tanten und schwere Zeiten.

„Krone“:Sie haben mich heute eingeladen, um mir eine Auswahl Ihrer bunten Outfits zu zeigen!
Dirk Heidemann: Ja, meine Leidenschaft. Ich bin ein bunter Hund oder Vogel oder sonst was. Das war ich schon als Kind. Während sich mein Bruder irgendwelche Soldatenfilme angekuckt hat und Spielzeugpanzer hatte, habe ich mich mit den Schuhen meiner Mutter beschäftigt. Und ich war entsetzt, als in den 60er-Jahren dann die Mode vom Stöckel- zum Plateauabsatz wechselte. Das fand ich gar nicht schön!

Hatten Sie es als Kind nicht manchmal schwer?
Nein, für mich war das nie ein Problem, weil ich habe immer eine große Klappe gehabt. Auch in der Schule. Da war ich immer Klassensprecher. Wenn einer irgendeinen blöden Spruch gesagt hat, na der hat was gehört! Der hat nie wieder was gesagt. Ich bin da recht resolut. Ich habe mich immer durchgesetzt, und mir war es egal, was sich Leute damals dachten - und auch heute: Das ist doch meine Sache! Ich liebe das, und wer’s nicht mag, der mag’s eben nicht.

Woher nimmt man so eine kräftige Portion Selbstbewusstsein?
Die hatte ich schon immer. Ich war immer schon eine Rampensau. Der Kinderwagen war für mich schon die erste Bühne, ich habe immer gestrahlt und im Kindergarten alle Tanten angelacht.

Wollten Sie nie selber Modedesigner werden?
Ja, ich habe sogar ein halbes Jahr Mode studiert, aber dann aufgehört, weil ich mich fürs Tanzen entschieden habe (lacht). Aber dafür kauf ich’s mir jetzt eben.

Sie haben eine schwere Zeit hinter sich: Ein Schlaganfall hat Sie an den Rollstuhl gefesselt. Wie war das letzte Jahr für Sie?
Für mich war das alles sehr ungewohnt. Ich war noch nie so lange im Krankenhaus, saß noch nie in einem Rollstuhl. Ich bekam diesen Schlaganfall, ausgelöst durch einen Virus, der eine Entzündung im Gehirn verursachte. Hinzu kam die viele Fliegerei, die auch schlecht für den Kopf ist.

Sie erzählen das so locker. Ware Sie nie verzweifelt?
Nein, verzweifelt war ich nie. Ich habe immer gesagt: Nein, Heidemann, das willst du nicht. Stattdessen aber habe ich mir gesagt: Ich kann gehen! Und das konnte ich auch nach zwei Wochen wieder. Jetzt bin ich nur etwas wetterfühlig. Im Großen und Ganzen geht es mir aber gut. Deprimiert war ich die ganze Zeit über nie, es hat mich eher motiviert.

Lebt sich’s als bunter Hund vielleicht etwas leichter?
Ich weiß nicht, ob es leichter ist. Was ich aber sagen kann ist, dass es mir zu einem Image verholfen hat, das, so wie es scheint, auch die Österreicher mögen.

„Auch das bin ich“, Stefan Weinberger, Kronen Zeitung

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