30.10.2020 11:07 |

Wegen Corona

Ein schwieriger Berufsstart

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist angespannt wie selten zuvor. Besonders dramatisch ist die Situation für Menschen von 15 bis 24 Jahren.

Wie erreicht man Jugendliche nach neun Jahren Pflichtschule, und wie kann man sie dabei unterstützen, in der Berufswelt Fuß zu fassen? Diese und ähnliche Fragen waren Inhalt einer Studie der FH Burgenland, die nun vom Leiter des Zweiges Soziale Arbeit, Manfred Tauchner, präsentiert wurde. Das Ergebnis ist durchaus besorgniserregend.

Konkret ging es um Jugendliche bis 24, die weder im Berufsleben stehen noch einer Ausbildung nachgehen. Waren es 2019 noch 696 Betroffene, erhöhte sich die Zahl im Corona-Jahr auf 732, Tendenz steigend. Und das trotz 144 offener Lehrstellen. „Das ist nicht zuletzt auch auf die immer noch traditionellen Rollenbilder der Mädchen und Burschen zurückzuführen“, erklärt Tauchner.

Durchaus positiv wirke sich aber die im Burgenland geltende Ausbildungspflicht bis 18 als Unterstützungs- und Kontrollsystem aus. „So kann ein Abtauchen jugendlicher Schulabbrecher mittlerweile zu 99 Prozent verhindert werden“, so Tauchner. Dennoch sei es nach wie vor so, dass Jugendliche aus ländlich strukturierten Regionen benachteiligt seien und sich das Wegfallen der Unterstützung nach der Volljährigkeit negativ auswirke.

„Die Krise hat weiter dazu geführt, dass junge Menschen auch nach einer positiv abgeschlossenen Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen können. Sie müssen oft in direkte Konkurrenz mit berufserfahrenen Kollegen treten“, erklärt der Fachmann. In einer Expertenrunde ist man sich auch einig, dass die Jugendlichen von der Corona-Krise psychisch deutlich belasteter sind als Erwachsene. Nun gilt es, die Ergebnisse der Studie aufzuarbeiten und Wege aus der Krise zu finden.

Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung

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