09.10.2020 12:59 |

Hunderte entkamen Tod

Hochhausbrand in Südkorea: Dutzende Verletzte

Bei einem Brand in einem 33-stöckigen Hochhaus in der südkoreanischen Industrie- und Hafenstadt Ulsan sind Hunderte Menschen knapp einer Katastrophe entkommen. Erst nach mehr als 15-stündigem Einsatz der Feuerwehr wurden die Flammen Freitagnachmittag (Ortszeit) vollständig unter Kontrolle gebracht. An mehreren Stellen sind durch die starken Winde immer wieder neue Flammen entfacht worden. 93 Menschen einschließlich eines Feuerwehrmanns wurden verletzt.

In dem als Gewerbe- und Wohnhaus genutzten Tower wohnten den Berichten südkoreanischer Medien zufolge mehr als 380 Menschen. Wie viele sich zum Zeitpunkt des Unglücks darin aufhielten, ist unklar. Einige flüchteten sich auf das Dach und wurden von dort gerettet. Mehr als 400 Feuerwehrleute, 60 Feuerwehrfahrzeuge, Hubschrauber und Leiterwagen seien im Einsatz gewesen, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS.

Bewohner: „Das Feuer war plötzlich da“
Die Brandursache ist noch ungeklärt. Es wird angenommen, dass das Feuer kurz nach 23 Uhr am Donnerstag im zwölften Stock ausgebrochen ist - möglicherweise auf einem Balkon. Ein Bewohner habe einen Notruf abgesetzt und gesagt, er habe gesehen, wie eine Flamme von einer an der Außenseite angebrachten Kühlanlage aufsteige, berichtete die Zeitung „Joong Ang Ilbo“.

Ein Bewohner meinte gegenüber der Agentur Yonhap: „Das Feuer war plötzlich da. Die Fenster zerbrachen und das Wohn- und Badezimmer stand in Flammen.“ Die rasche Ausbreitung der Flammen wurde möglicherweise durch das an den Fassaden verwendete Material begünstigt. Es handle sich zwar um Aluminiumverbundplatten, doch Füllungen und Klebstoffe seien offensichtlich leicht brennbar gewesen.

Das Unglück erinnert an den Brand des Londoner Grenfell Towers am 14. Juni 2017, der 72 Menschen in den Tod riss. Vor allem eine neu angebrachte Fassadenverkleidung aus brennbarem Kunststoff soll das 24-stöckige Hochhaus damals zur Todesfalle gemacht haben.

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