08.10.2020 06:00 |

Umdenken gefordert

Bilder aus Schweinestall sorgen für Entsetzen

Zu Gebärmaschinen degradiert, in enge Käfige gequetscht, ohne Beschäftigung - was ist nur in manchen steirischen Schweineställen los? Eine Trendumkehr wird angesichts schockierender Bilder immer lauter gefordert.

Unsere Leser erinnern sich an die verstörenden Bilder aus einem oststeirischen Schweinestall: Ferkel, die tief im Kot stehen, Wunden haben, ein totes Tier mitten unter Artgenossen. Mit seinem Spitalsaufenthalt versuchte der Betreiber, pikanterweise ein Bauern-Funktionär, diese Zustände zu entschuldigen.

Doch in weiteren, dem Verein gegen Tierfabriken zugespielten Bildern sieht man Haltungsformen fragwürdigster Art. „Eber zum Beispiel dürfen niemals in Kastenständen gehalten werden“, so der VGT. In besagtem oststeirischen Betrieb ist das aber der Fall. „Man sieht Tiere innerhalb von Gittern, deren Körper ganz eng eingesperrt sind, einige haben Verletzungen vom Scheuern, sind wund vom Metall, ein Tier kann sich nicht mal auf die Seite drehen, so eng ist der Käfig.“ Die Videos davon sind schwer auszuhalten.

Bauer gibt keinen Kommentar ab
Mutterschweine wiederum dürfen nur während exakt definierter Zeiträume in einem Kastenstand gehalten werden; was, siehe Foto, ohnehin nach Qual aussieht. Laut VGT liegt der Verdacht nahe, dass die Tiere in diesem Betrieb länger in Kastenständen eingepfercht sind, weil sich im Stall die vorgeschriebenen Quadratmeter pro Tier angesichts der Zahl der Mutterschweine nicht ausgehen würden.

Beim Funktionär wurde von uns selbstverständlich um eine Stellungnahme angefragt. Er ließ aber nur ausrichten, dass er keine abgibt.

Fleisch gilt als AMA-zertifiziert
Übrigens beliefert besagter Betrieb, der nicht AMA-zertifiziert ist, zumindest einen, der es sehr wohl ist - das Fleisch gilt damit als AMA-zertifiziert! Es reicht für das Gütesiegel nämlich aus, wenn ein Schwein nur drei Monate seines Lebens in einem AMA-Stall war ...

Versteht AMA, wenn sich Kunden dadurch betrogen fühlen könnten? Sprecherin Manuela Schürr: „Nein, denn das setzt ja eine arglistige Täuschung voraus. Bei uns sind aber alle Richtlinien transparent. Wer es wissen will, dem erklären wir das gerne.“

„Wir nehmen dem Schwein die Würde“
Die steirische Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck ist fassungslos: „Wir brauchen eine drastische Trendumkehr! Ein Schwein würde 70 Prozent seiner Zeit wühlen und nach Nahrung suchen. Wir nehmen ihm in konventionellen Haltungsformen alles, was es auch nur im Ansatz braucht; die Würde sowieso.“

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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