07.10.2020 10:24 |

Opfer von Folter?

Ermittlungen nach Tod von 15-jährigem Migranten

Die Staatsanwaltschaft von Palermo ermittelt nach dem Tod eines 15-jährigen ivorischen Migranten, der in einem Krankenhaus auf Sizilien gestorben ist. Der junge Mann hatte mehrere Tage an Bord eines Quarantäneschiffs verbracht und war gemeinsam mit anderen Flüchtlingen auf See gerettet worden. Im Anschluss verbrachte er einen Monat an Bord des spanischen Rettungsschiffes Open Arms und an Bord des Quarantäneschiffes Allegra vor Sizilien.

Die Staatsanwaltschaft will die genaue Todesursache untersuchen. Der unterernährte Teenager, der allein unterwegs war, hatte Spuren von Folter am Körper, berichteten italienische Medien. Am 29. September wurde der Jugendliche, der Abou genannt wurde, an Bord des Quarantäneschiffes untersucht. Der Arzt beschloss die Einlieferung ins Spital von Palermo. Hier verschlechterte sich sein Zustand plötzlich. Der 15-Jährige wurde in die Intensivstation eingeliefert, wo er am vergangenen Montag starb.

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Die Personen, die wir auf See retten, sind in schlechtem Zustand, sie haben Misshandlungen und Gewalt erlitten und mehrere Tage auf See verbracht.

Ein Sprecher der NGO Proactiva Open Arms

Protest gegen Bedingungen auf Quarantäneschiff
Nach dem Vorfall protestierte die spanische NGO Proactiva Open Arms gegen die Bedingungen an Bord des Quarantäneschiffes. 600 Migranten würden sich an Bord befinden und von einem einzigen Arzt betreut. Die Hilfsorganisation verlangte, dass die Migranten an Land gehen dürfen. „Die Personen, die wir auf See retten, sind in schlechtem Zustand, sie haben Misshandlungen und Gewalt erlitten und mehrere Tage auf See verbracht“, betonte ein Sprecher der NGO. 300 unbegleitete Minderjährige seien zuletzt auf Sizilien eingetroffen.

Am Dienstagnachmittag waren sieben Migranten vom Quarantäneschiff Snav Adriatico, das im Hafen der sizilianischen Stadt Trapani vor Anker liegt, ins Meer gesprungen. Sie wurden von der Küstenwache in Sicherheit gebracht. An Bord des Quarantäneschiffes befinden sich 329 Migranten, 62 von ihnen wurden positiv auf das Coronavirus getestet.

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