Konzert der Großen

Historisch! Österreich zum 9. Mal in der CL dabei

Das gewonnene Play-off-Duell von Salzburg mit Maccabi Tel Aviv hat Österreichs Fußball am Mittwoch die neunte Teilnahme eines heimischen Clubs in der Gruppenphase zur Champions League gebracht. Für die „Bullen“ ist es nach dem Vorjahr bereits das zweite Mal in der Königsklasse, sie zogen dadurch mit Rapid (1996/97, 2005/06) gleich. Rekordhalter ist nach wie vor Sturm Graz, das es dreimal in Folge in die Millionenliga schaffte (1998/99, 1999/2000, 2000/01). Je eine Teilnahme können Austria Wien (2013/14) und Vorgängerverein SV Salzburg (1994/95) vorweisen.

Die Bilanz der ÖFB-Vereine in der Eliteliga ist klar negativ. In den bisher 54 Partien setzte es bei 11 Siegen und 10 Unentschieden 33 Niederlagen. Das Torverhältnis ist mit 50:109 ebenfalls sehr deutlich negativ. Den größten Erfolg feierte Sturm, in der Saison 2000/01 schafften die Steirer als Sieger der Vorrunden-Gruppe D den Aufstieg in die damalige Zwischenrunde. Die Grazer zeichnen gleichzeitig für sieben der elf Siege verantwortlich.

Zwei volle Erfolge - beide gegen Genk - und ein Remis gegen Napoli steuerte Salzburg in der abgelaufenen Saison bei. Nach einem denkwürdigen 3:4 im „Hinspiel“ bei Titelverteidiger Liverpool lebte für die Truppe von Trainer Jesse Marsch im letzten Gruppenspiel zuhause sogar noch die Chance auf den Aufstieg. Eine Stunde lang roch es nach einer Sensation, ehe sich die Engländer mit einem Doppelschlag von Naby Keita (57.) und Mohamed Salah (58.) doch durchsetzten. Immerhin stieg man als Gruppendritter in die Europa League um.

Den Anfang in der Champions League machten Mitte der 1990er-Jahre die Salzburger in Violett-Weiß. Ein Jahr nach dem Einzug ins UEFA-Cup-Finale hielten die Schützlinge von Otto Baric auch in der Champions League bravourös mit. Nach dem ersten Tor (Tomislav Kocijan beim 1:1 auswärts gegen Ajax Amsterdam) und dem ersten Sieg (3:1 auswärts gegen AEK Athen) eines österreichischen Clubs im Konzert der Großen schrammten die Salzburger hinter den späteren Finalisten Ajax Amsterdam und AC Milan nur hauchdünn am Aufstieg ins Viertelfinale vorbei.

Skandalmatch in Mailand
Negativer Höhepunkt war das Salzburger Skandalmatch in Mailand, bei dem Tormann Otto Konrad von einer Flasche auf dem Kopf getroffen wurde. 1996/97 gab Rapid das Debüt in der Königsklasse. Zwei Heim-Unentschieden gegen Fenerbahce Istanbul und Juventus Turin waren die Ausbeute, am Ende gab es aber am vierten und letzten Platz genauso wie am Aufstieg von Juve und Manchester United nichts zu rütteln.

Ab der Saison 1998/99 avancierte dann Sturm Graz unter Erfolgstrainer Ivica Osim zum Stammgast in der Gruppenphase. Zunächst wurde Lehrgeld bezahlt, mit einem Punkt und 2:16 Toren waren die Steirer gegen Inter Mailand, Real Madrid und Spartak Moskau nur ein Sparringpartner.

Ein Jahr später machten die Grazer schon deutlich bessere Figur. Hinter Manchester United und Olympique Marseille, aber vor Dinamo Zagreb, landeten die „Blackies“ auf Rang drei und durften sich immerhin mit dem Umstieg in den UEFA-Cup trösten. In der Saison 2000/01 waren Ivica Vastic, Mario Haas, Markus Schopp und Co. in ihrer Hochblüte angelangt.

Sturm beendete die Gruppenphase vor Galatasaray Istanbul, den Glasgow Rangers und AS Monaco als Sieger und stieg in die damals noch ausgetragene Zwischenrunde auf. Dort feierte man zwei weitere Erfolge gegen Panathinaikos Athen, eine Nummer zu groß waren aber Valencia und Manchester United.

Rapid bisher schlechtester CL-Vertreter
Für die bisher schwächste Ausbeute eines heimischen Clubs sorgte in der Saison 2005/06 Rapid. Die Wiener blieben gegen Bayern München, Juventus Turin und FC Brügge bei 3:15 Toren ohne Punkt. Der ebenfalls befürchtete Prügelknabe war Lokalrivale Austria 2013 nicht. Mit zwei Remis in St. Petersburg und Porto sowie dem abschließenden 4:1-Heimsieg gegen Zenit als Highlight sammelten die „Veilchen“ immerhin fünf Punkte, wurden aber dennoch Gruppenletzter.

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Dienstag, 20. Oktober 2020
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