10.09.2020 17:37 |

Überraschende Wendung

Angeklagter macht Zeugin im Gericht Heiratsantrag

Überraschende Wendung bei einem Prozess in Deutschland: Ein wegen versuchten Totschlags angeklagter Mann hat in Bonn im Gerichtssaal seiner Lebensgefährtin einen Heiratsantrag gemacht. Die Frau gab ihm am Donnerstag noch an Ort und Stelle das Jawort - was weitreichende Auswirkungen hatte. Nach dem „Ja“ musste die Frau nämlich nicht mehr gegen den Beschuldigten, der sie unter anderem mit einem Bajonett misshandelt haben soll, aussagen.

Die Frau stand als Nebenklägerin eigentlich kurz vor ihrer Zeugenaussage, weil sie der Angeklagte schwer misshandelt und mit der Stichwaffe, die auf dem Lauf von Schusswaffen befestigt wird, attackiert haben soll. Nach dem Eheversprechen musste sie nicht mehr gegen den Angeklagten aussagen. Da sie nunmehr verlobt seien - so der Vorsitzende Richter -, könne sie sich auf das Aussageverweigerungsrecht berufen. Anschließend legte die Frau die Nebenklage nieder, da sie an der Verurteilung kein Interesse mehr habe.

Paar hat gemeinsamen Sohn
Die Anklage wirft dem gelernten Schlosser vor, die dreifache Mutter, mit der er bereits einen gemeinsamen Sohn hat, geschlagen, getreten, gewürgt und an den Haaren gezogen zu haben. Ihren Kopf habe er zudem wiederholt gegen den Boden geschlagen - und ihr mit dem Tod gedroht. Mit dem Aufsatz eines Bajonetts soll er ihr zudem in die rechte Backe geritzt und versucht haben, die Speerspitze mit voller Wucht in den Kopf zu stechen.

Das Motiv der Tat soll übrigens die rasende Eifersucht des Angeklagten auf den Ex-Mann seiner Freundin gewesen sein. Der Frischverlobte ist einschlägig vorbestraft. Der Prozess gegen ihn geht trotz der überraschenden Wendung weiter.

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