31.08.2020 06:00 |

Neue Ibiza-Details

Schon am ersten Abend wartete Video-Falle in Suite

Vor der für Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus verhängnisvollen Nacht auf Ibiza kam es zu mehreren Treffen in Wien. Ein Zeuge schilderte nun, dass er im Auftrag eines Hintermannes schon für das allererste Treffen eine Suite in einem Hotel buchen musste. Ein anderer Zeuge sagte aus, dass Gudenus mit dem Lockvogel für 30 Minuten dort war - er bestreitet das vehement.

Wie sind Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus schlussendlich im Sommer 2017 in einer Finca auf Ibiza gelandet? In dem von der Soko Ibiza im Juni vorgelegten Zwischenbericht ist über mehrere Treffen im Vorfeld in Wien zu lesen. Dokumentiert wurden diese von den Hintermännern mit Videos und Audio-Dateien.

Über das allererste Treffen mit dem Lockvogel gibt es nun neue Details. Dieses fand bekanntlich Ende März 2017 zunächst im Wiener Grand Hotel statt. Später verlagerte sich das Treffen in die Bar des Hotels Meliá. Danach in ein Lokal im Volksgarten. Mit dabei: das Ehepaar Gudenus, Immobilienmaklerin M., Detektiv H. und Anwalt M.

In einem Einvernahmeprotokoll, das der „Krone“ vorliegt, schildert nun ein Zeuge, dass schon für dieses erste Treffen eine Video-Falle in einer Suite des Hotels Meliá installiert wurde. Er habe das Zimmer im Auftrag von H. gebucht. „Mir war schon klar, dass ich H. diesen Gefallen tun sollte, damit er im Hotel nicht namentlich aufscheint.“

Wecker und Kleenex-Box aus Zimmer abgeholt
Nach dem Treffen wurde der Zeuge von H. beauftragt, Gegenstände aus dem Zimmer abzuholen: Einen Wecker und eine Kleenex-Box. Er gab an, dass es sich bei dem Wecker „um eine versteckte Kamera handelte“. In der Kleenex-Box hätten sich „eine grüne Platine und eine SIM-Karte befunden“.

Brisant: Jener Fahrer und Leibwächter, der Gudenus an diesem Abend begleitet hatte, sagte bei seiner Zeugeneinvernahme aus, dass Gudenus und der Lockvogel 30 Minuten alleine in dieser Suite verbracht hätten.

Die Ermittler fragten Gudenus daraufhin, was dort besprochen wurde und ob es zu geschlechtlichen Handlungen gekommen ist. „Das kann ich definitiv ausschließen. Dass ich überhaupt in dieser Suite gewesen sein soll, ist mir nicht erinnerlich“, so Gudenus. Und: „Der gesamte Abend war zwecks Kennenlernen und bezüglich eines Vortastens hinsichtlich weiterführender Verbindungen, geschäftlicher Natur, gedacht.“ Auch die Immobilienmaklerin M. bezweifelt laut Protokoll, dass die beiden in der Suite waren: „Ich glaube nicht, dass das so gewesen sein kann, da ja auch seine Frau anwesend war.“

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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