17.08.2020 17:33 |

„Verstörende Bilder“

Polizist drückt Knie gegen Kopf von Jugendlichem

Ein Video eines umstrittenen Polizeieinsatzes in Düsseldorf sorgt für große Aufregung in den sozialen Netzwerken und verbreitet sich dort rasant. Es zeigt einen deutschen Polizisten, der auf dem Kopf eines Jugendlichen kniet. Die Aufnahme weckt Erinnerungen an die Festnahme von George Floyd in den USA, der bei einem ähnlichen Vorfall ums Leben kam.

Zu dem Vorfall kam es am Samstagabend in der Düsseldorfer Altstadt. Die Beamten waren zu einem Restaurant gerufen worden, nachdem dort eine Gruppe randaliert haben soll. Am Rande der Amtshandlung soll dann ein offenbar unbeteiligter Jugendlicher die polizeilichen Maßnahmen gestört haben.

„Das ist nicht lustig“
Als seine Personalien festgestellt werden sollten, soll er die Polizisten tätlich angegriffen haben - danach wurde der erst 15-Jährige zu Boden gebracht, gefesselt und zum Streifenwagen gebracht. Auf dem nun aufgetauchten Video ist zu sehen, wie einer der Beamten mit dem Knie den Kopf des Jugendlichen fixiert.

Im Hintergrund sind Stimmen von Passanten zu hören, die die Polizisten auffordern, von dem Teenager abzulassen: „Mach mal dein Knie runter“, ist dabei zu hören.

Jugendlicher bekam kaum Luft
Jener Twitter-Nutzer, der das Video hochgeladen hat, erklärte, dass insgesamt vier Beamte an der Amtshandlung beteiligt waren. Dem Jugendlichen soll dabei die Nase zugedrückt worden sein, sodass er kaum noch Luft bekam. Wie der Vorfall genau endet, ist bei der kurzen Sequenz nicht zu sehen.

Erinnerungen an George Floyd
Im sozialen Netzwerk Twitter sehen nun viele Nutzer Parallelen zu dem gewaltsamen Vorgehen gegen den US-Amerikaner George Floyd, dessen Tod die Proteste der „Black Lives Matter“-Bewegung ausgelöst hatte. Derart gravierende Folgen hatte der Zwischenfall in Düsseldorf nach offiziellen Angaben aber wohl nicht.

Unabhängige Aufklärung angekündigt
Düsseldorfs Bürgermeister bezeichnete die Bilder des Einsatzes gegenüber dem Fernsehsender WDR als „verstörend“ und forderte eine „unverzügliche Aufklärung“. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums betonte, dass man das Video „sehr ernst“ nehme und kündigte auch eine genauere Untersuchung des Vorfalls an. Aus Neutralitätsgründen werde diese nicht von der lokalen Behörde, sondern vom Duisburger Polizeipräsidium geleitet.

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