17.08.2020 10:43 |

Versammlungen verboten

Seoul: Tausende Kirchenmitglieder unter Quarantäne

Nach mehreren Infektionsherden im Zusammenhang mit religiösen Gruppen in Südkorea sind in der Hauptstadt Seoul Tausende Mitglieder einer protestantischen Gemeinde unter Quarantäne gestellt worden. Bis Montag seien unter den Mitgliedern der umstrittenen Sarang-Jeil-Kirche 315 Corona-Fälle nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Etwa 3400 der Gläubigen müssten sich deshalb isolieren. Erschwert werde die Nachverfolgung von Verdachtsfällen durch eine „fehlerhafte“ Mitgliederliste, welche die Kirche bereitgestellt habe. Bisher sei jeder sechste vorgenommene Corona-Test in der Gemeinde positiv ausgefallen, erklärte Vize-Gesundheitsminister Kim Gang Lip. Nötig seien deshalb jetzt „schnelle Tests und Isolation“.

Kim beklagte mangelnde Kooperation der umstrittenen Kirche, deren konservativer Pastor Jun Kwang Hun zur Führungsfigur bei Protesten gegen den Mitte-Links-Präsidenten Moon Jae In geworden ist. Wegen fehlender Daten zu Gemeinde-Mitgliedern sei die Durchsetzung der Tests sowie der Quarantäne „sehr schwierig“. Gegen den Pastor wurde daher Anzeige erstattet.

Religiöse Versammlungen verboten
Wegen derzeit wieder steigender Corona-Infektionen hatten die südkoreanischen Behörden am Wochenende religiöse Versammlungen in der Hauptstadt Seoul und in der Nachbarprovinz Gyeonggi verboten. Tausende Menschen hielten sich aber nicht an das Verbot. Die Behörden riefen die Bevölkerung in den Regionen zudem dazu auf, nicht zwingende Reisen zu unterlassen.

Am Montag meldeten die Behörden 197 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wodurch die Gesamtzahl der Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie in dem Land auf mehr als 15.500 stieg. Südkorea hatte die erste Corona-Welle rasch unter Kontrolle bekommen und wurde mit seiner Strategie „Nachverfolgen, testen, behandeln“ zum weltweiten Vorbild im Kampf gegen das neuartige Coronavirus.

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