13.08.2020 11:30 |

Prämie eingeführt

120 Euro pro Milchkuh, die auf der Alm graste

Langsam aber sicher nimmt die Zahl der Tiroler Melkalmen ab. Diesem Prozess sagte man am Mittwoch auf der „Markis Hochalm“ in Volders den Kampf an - mit einer Prämie von 120 Euro pro aufgetriebener Milchkuh.

Etwa 30.900 Milchkühe weiden auf unseren Almen. Doch obwohl Tirol der Titel des „Almenlandes Nummer 1“ noch von keinem anderen EU-Land aberkannt wurde, ist in den vergangenen 20 Jahren eine beunruhigende Entwicklung zu erkennen. Bei annähernd gleichgebliebener Zahl aufgetriebener Rinder ist die Zahl der Milchkühe auf den Tiroler Almen um zehn Prozent zurückgegangen. Noch trister steht es um kleinere Milchalmen mit bis zu 20 Kühen: Sie halbierten sich.

2,72 Mio. Euro investiert
Zudem wird das Almpersonal rarer – die Anzahl der Auftreiber sank von 11.503 (2000) auf 9253 (2019). LHStv. Josef Geisler erklärte: „Der Aufwand ist größer. Man muss ständig präsent sein und die Milchkühe müssen mindestens zweimal am Tag betreut werden.“ Da zudem die Alm meist der zweite Betriebsstandort ist, fallen auch erhebliche Kosten an.

Daher kündigte LH Günther Platter zur Unterstützung eine Prämie an, die bereits heuer und im nächsten Jahr ausbezahlt wird: nämlich 120 Euro pro aufgetriebener Milchkuh. Da dieses Geld vor allem kleineren Bauern zugute kommen soll, liegt die Auszahlungsgrenze bei 40 Tieren. Insgesamt werden 2,72 Millionen Euro in die Hand genommen.

Die Alm als Kulturgut
„Tirols Almen sind Ausflugs- und Erholungsziele für Einheimische und Gäste, Wirtschaftsraum für Bauern und Bäuerinnen, Lebensraum für Weidetiere und wichtig für die Artenvielfalt“, begründete Platter die großzügige Investition, mit der auch Wertschätzung ausgedrückt werden soll.

Zudem werden dort jährlich rund 40 Mio. Liter besonders gesunder Milch produziert – sie enthält einen etwa dreimal höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Almprodukte sollen im Supermarkt bald von dem Gütesiegel „Von der Alm“ profitieren. Dem Obmann des Tiroler Almwirtschaftsvereins, Josef Lanzinger, ein besonderes Anliegen, denn er weiß: „Wir haben in Tirol die weltbeste Milch.“

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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