11.08.2020 06:00 |

Kinogeschäft leidet

Hollywood sagt: „Bitte warten!“

Corona-bedingte Hiobsbotschaften aus Hollywood führen zu Startverschiebungen, Motto: häppchenweise Filmgenuss!

Kino bedeutet, eine Welt zu erträumen. Kino bildet immer irgendwie auch das Leben ab. Und ein echter Filmgenuss bedarf der samtenen Schwärze des Kino-Dunkels. Das visuelle Vergnügen manchmal auf Tabletgröße zusammenzufalten kann praktisch sein. Erhebend ist das Erlebnis nicht - weder optisch noch akustisch. Als mit Corona-Ausbruch und der temporären weltweiten Schockstarre der Kulturbetriebe die Starttermine kommender Blockbuster tief in die zweite Jahreshälfte oder gleich auf 2021 geschoben wurden, war schnell klar, wie wenig der hiesige Kinomarkt sein Schicksal in eigenen Händen hält. So wirkt sich die Verschärfung der Pandemie in weiten Teilen der USA natürlich auf die flächendeckende Wiederaufnahme des Kinogeschäfts in Europa aus.

Rückkehr nur mit Highlights möglich
Ein Dominoeffekt in Sachen Blockbuster-Starts, der sich auch in Österreich zeigt, wo Marktführer Cineplexx erst seit Anfang August seine Kinos wieder öffnet, war man doch für fast fünf Monate vom Nachschub abgeschnitten. Dass eine langfristig erfolgreiche Rückkehr in den Markt nur mit Highlights möglich ist, deren Start trotz günstiger Entwicklungen in unserer Heimat vom Geschehen in den USA und in China bestimmt wird, ist der eigentliche Balanceakt der Kinobetreiber, deren Frusttoleranz ausgereizt ist. Cineasten hoffen aber mit ihnen!

Geplatzten Startterminen gingen Hiobsbotschaften aus Hollywood voraus, Motto: Nichts geht mehr! Nach diversen Verschiebungen soll nun Christopher Nolans Mystery-Thriller „Tenet“, der um die Manipulation der Zeit kreist (unter anderem mit Kenneth Branagh und Robert Pattinson), ab 26. August das Kinogeschäft mit spektakulärem Suspense ankurbeln. Und der Film bricht auch gleich mit einer Maxime, pfeift in Corona-Zeiten auf Pirateriebedenken und startet somit in „good old Europe“, und dann erst - Pandemie-abhängig - in den US-Bundesstaaten.

„Mulan“, James Bond und „Top Gun“ müssen warten
Disneys martialische Realverfilmung des Zeichentrickklassikers „Mulan“, die ins chinesische Kaiserreich führt und Mulan zur stolzen Kriegerin macht, sucht überhaupt noch ihren Platz in Zeiten der Krise. „Keine Zeit zu sterben“ soll dann „007“ Daniel Craig ab 12. November haben. Paramount indes hat sich durchgerungen, seine Top-Filme „Top Gun: Maverick“ - neben Tom Cruise haben sechs IMAX-Kameras im Cockpit Platz gefunden - und „A Quiet Place 2“, das Sequel des atmosphärisch starken Monsterschockers mit Emily Blunt, gleich ins Jahr 2021 zu bugsieren.

„Avatar 2“ erst im Dezember 2022 in den Kinos?
Gespannt dürfen wir auch auf Denis Villeneuves Verfilmung von Frank Herberts kultisch verehrtem Sci-Fi-Zyklus „Dune“ sein. Vielleicht gar ein Weihnachtsgeschenk der Kinobetreiber am 18.12. dieses Jahres? Und ja, auch James Cameron sieht sich produktionstechnisch als Corona-Opfer, lässt sich doch „Avatar 2“ derzeit in Kalifornien nicht zu Ende bringen. Ein Filmstart im Dezember 2022 scheint vorsichtig realistisch.

Wer liebt, kann warten. Auf das, was kommt - ist doch die Vorfreude darauf bereits Teil des Erlebnisses. In diesem Fall: ein atemberaubendes Schauvergnügen.

Christina Krisch, Kronen Zeitung

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