10.08.2020 10:48 |

Wegen Kurzarbeit

Fast 70.000 Kärntner lebten auf Sparflamme

Knapp 40 Prozent der Arbeitnehmer in Kärnten haben durch die Krise Einbußen. Rund 100.000 Personen sind arbeitslos und weitere 70.000 waren zu Spitzenzeiten in Kurzarbeit. Nach und nach läuft diese nun aus. Kärntens größter Arbeitgeber Infineon hat das Modell für 1000 Mitarbeiter nun vorzeitig beendet.

Nur wenige Stunden pro Woche im Dienst, dafür „nur“ 80 Prozent des Lohns - das Modell klingt auf den ersten Blick gut. Allerdings ist das Aufatmen bei den meisten Arbeitgebern groß, wenn es heißt, dass Betriebe wieder hochfahren, es ausreichend Arbeit gibt und die Auftragsbücher voll sind. Immerhin können Arbeitsplätze nur so dauerhaft abgesichert werden.

Bei Halbleiterproduzent Infineon in Villach fiel vergangene Woche deswegen eine Entscheidung: Die Kurzarbeit für knapp 1000 Mitarbeiter wurde vorzeitig mit Ende Juli beendet.

„Wir haben uns entschlossen, die Zeit der verringerten Nachfrage verstärkt für die Integration und Weiterentwicklung der Produktionssysteme zu nutzen“, betont Infineon-Manager Thomas Reisinger in einer schriftlichen Stellungnahme.

Teilweise hat auch Filter-Produzent Mahle die Kurzarbeit am Standort St. Michael ob Bleiburg. Ursprünglich sei das Modell dort sogar bis Ende September gewesen.

Knapp 30.000 Kärntner arbeiten - und verdienen - aber immer noch auf Sparflamme. Ob nach dem Ende der Kurzarbeit in vielen Branchen eine Kündigungswelle droht, wird sich wohl erst zeigen.

Elisabeth Nachbar
Elisabeth Nachbar
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