08.08.2020 06:00 |

Inspektor suspendiert

Beamter soll Häftling Ohrfeigen verpasst haben

Unfassbare Szenen sollen sich Anfang der Woche in der Justizanstalt Innsbruck abgespielt haben! Ein langjähriger Revierinspektor steht im Verdacht, völlig die Kontrolle verloren und einem inhaftierten Jugendlichen Ohrfeigen verpasst zu haben. Der Justizwachebeamte wurde daraufhin suspendiert. Laut Ministerium gelte die Unschuldsvermutung.

Die prinzipielle Aufgabe eines Justizwachebeamten ist es, hinter schwedischen Gardinen für Ordnung zu sorgen. Das sollte selbstverständlich stets innerhalb des vorgegebenen gesetzlichen Rahmens ausgeübt werden. Doch diesen „Rahmen“ hat ein Revierinspektor nun mutmaßlich gesprengt – und zwar ein erfahrener, langjähriger noch dazu.

Jugendlicher nicht verletzt
Ein jugendlicher Insasse gab an, anlässlich einer Visitation mehrfach von einem Beamten geohrfeigt worden zu sein. Daraufhin wurde er durch den Anstaltsarzt untersucht. Diagnose: Der junge Inhaftierte weist keinerlei Verletzungen auf. „Aufgrund der vorliegenden Aussagen bestehen aktuell hinreichende Anhaltspunkte für die Verletzung der Dienstpflichten durch den Justizwachebeamten. Es wurde aus diesem Grund eine vorläufige Suspendierung ausgesprochen“, sagt Christina Ratz, Sprecherin des Justizministeriums.

Die Anstaltsleitung habe unverzüglich Anzeige an die Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck zur strafrechtlichen Prüfung und an die Generaldirektion zur disziplinarrechtlichen Prüfung übermittelt. „Das Disziplinarverfahren ist bis zum Abschluss des Strafverfahrens unterbrochen. Spätestens mit dem rechtskräftigen Abschluss des Disziplinarverfahrens endet die Suspendierung. Fallen die Umstände, die für die Suspendierung des Beamten maßgebend gewesen sind, vorher weg, so ist die Suspendierung mit Wegfall der Gründe aufzuheben“, schildert Ratz. Für den Revierdienstleiter gelte die Unschuldsvermutung.

Brisant: Angeblich soll der betroffene Justizwachebeamte für seine schroffe Art bekannt sein. Und es soll gegen ihn wegen einer anderen Causa bereits ermittelt worden sein.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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