04.08.2020 15:16 |

Gemeinsame Resolution

Bayerische Bürgermeister machen mobil gegen 5G

In Bayern haben sich Bürgermeister aus 22 Gemeinden zusammengetan und mit einer gemeinsamen Resolution gegen den 5G-Netzausbau in ihren Kommunen protestiert. Sie fühlen sich überrumpelt und wollen stärker in die Ausbaupläne eingebunden werden. Die Provider kontern, dass man nichts Anderes mache, als vorhandene Anlagen umzurüsten.

Wie die Münchner Zeitung „Merkur“ berichtet, haben sich 22 Bürgermeister aus der Region Garmisch-Partenkirchen zusammengeschlossen und mehr Mitsprache beim 5G-Ausbau gefordert. Sie berufen sich dabei auf den Mobilfunkpakt Bayern, in dem die Provider den Kommunen 2002 zusicherten, sie zur „Verbesserung der Akzeptanz der Mobilfunktechnologie innerhalb der Bevölkerung“ stärker in den Netzausbau einzubinden.

„Leider hat kein Dialog stattgefunden“
In der Erklärung der Bürgermeister heißt es: „Leider hat dieser Dialog im aktuellen Fall der Inbetriebnahme des 5G-Netzes des Landkreises Garmisch-Partenkirchen nicht stattgefunden.“ Von der Telekom fordern sie mehr Transparenz und frühzeitige Informationen zu den Ausbauplänen. Stattdessen habe bisher schlicht gar keine Kommunikation stattgefunden.

Bei der deutschen Telekom will man das so nicht stehen lassen. In der fraglichen Region habe man keine neuen Sendeanlagen errichtet, sondern nur die Sendemodule an bestehenden Handymasten ausgetauscht. Gemeinden, in denen man 5G bereits aktiviert habe, habe man auch entsprechend informiert, betont ein Konzernsprecher.

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Diese Kommunen werden niemals aus der Negativspirale rauskommen, weil sie keine Nutzenkommunikation in Angriff nehmen. Sie reden immer nur denen das Wort, die gegen Mobilfunk sind.

Konzernsprecher der Deutschen Telekom

Er berichtet von einem langjährigen Ringen mit den bayerischen Bürgermeistern. In der Region Garmisch-Partenkirchen habe man schon seit dem GSM-Handy mit Skepsis in der Bevölkerung zu kämpfen, immer wieder komme es zu Protesten. Der Telekom-Sprecher: „Diese Kommunen werden niemals aus der Negativspirale rauskommen, weil sie keine Nutzenkommunikation in Angriff nehmen. Sie reden immer nur denen das Wort, die gegen Mobilfunk sind.“

Tatsächlich spaltet der 5G-Netzausbau in ganz Europa die Bürger - auch in Österreich, wo die Mobilfunker-Interessensvertretung FMK kürzlich beklagte, 5G-Gegner würden in vielen Orten die Bürgermeister belästigen und mit Verschwörungstheorien bombardieren. Andernorts greifen 5G-Gegner, radikalisiert von Verschwörungstheorien, zu drastischeren Methoden: In Großbritannien wurden Sendetechniker mit dem Tod bedroht und Handymasten angezündet.

Gesundheitsrisiko für Industrie nicht bewiesen
Gesundheitsbedenken begleiten die Mobilfunker seit dem GSM-Handy und spalten die Forschung. Sie konnten in den letzten Jahren durch manch eine Studie untermauert, aber auch nicht endgültig bewiesen werden. Daher berufen sich Mobilfunkgegner und -lobby jeweils auf verschiedene Studien bzw. Interpretationen, um die eigene Position zu stützen.

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