23.07.2020 06:00 |

Katzenfreunde erzählen

„Finn darf nicht mehr allein in den Garten!“

Der Fall der beiden gehäuteten Katzen in Graz entsetzt Tierliebhaber in ganz Österreich. Bei vielen geht die Angst um, dass ihrem geliebten Vierbeiner auch etwas zustößt. Die „Steirerkrone“ hat sich umgehört.

Viele Katzenbesitzer wissen es: Viele schöne Momente werden noch um ein Alzerl schöner, wenn sich ein schnurrendes Katzerl zufrieden und vertrauensvoll auf dem Schoß zusammenringelt. Und es ist im umgekehrten Fall fast unmöglich, grantig oder unglücklich zu bleiben, wenn einem die Fellknäuel um die Beine streichen, einem ihr pelziges Gesichterl ins eigene drücken - oder einem mit eingefahrenen Krallen sanft über die Haut streicheln.

„Ja, ich kenne das alles“, lacht Michaela Winter. Seit Jahren führt sie mit ganz viel Herzblut und Engagement den Tierschutzverein DCM (Cats, Dogs and more) in der Weststeiermark.

Die Liebe, die von ihren Schützlingen zurückkommt, ist es auch, die ihr die Kraft dafür gibt. Sonst würde sie das ganze Elend nämlich nicht mehr aushalten. Die vielen Babykatzen, die halb verhungert und krank herumirren, weil die Leute zu ignorant sind, um ihre Tiere kastrieren zu lassen. Die Tierquälereien - kürzlich hat ein Unbekannter eine Babykatze einfach aus dem Auto geschmissen; mit Kieferbruch und schwer verstört ist sie bei Michaela gelandet. „Da tun sich Abgründe der menschlichen Psyche auf.“

„Das sind keine Menschen für mich“
Das sieht auch Sabrina R. so, die die größte Freude mit ihrem schönen „Finn“ hat: „Alles, was feig aus dem Hinterhalt kommt und gegen ein wehrloses Lebewesen abzielt, ist unerträglich.“ Sie lässt ihre Samtpfote im Moment nur beaufsichtigt in den Garten. Die Steirerin erinnert sich gut daran, wie vor Jahren in ihrem Viertel Katzen verschwunden sind. „Weil das so schöne waren, machte es die Runde, dass sie wegen ihres Fells gestohlen würden. Da haben viele einige Stellen bei ihnen ausrasiert, um sie zu schützen!“ Nachsatz: „Für Tierquäler fehlen mir die Worte. Das sind keine Menschen für mich.“

„Leo“ folgt auf Schritt und Tritt
Bleiben wir beim Schönen: Was Monika P.’s Augen richtig zum Leuchten bringt ist der riesige Kater „Leo“, der ihr auf Schritt und Tritt folgt, „wie ein Hund, und dabei schnurrt wie verrückt“, lacht sie. Das Tier ist ein „ausrangierter“ Zuchtkater, der sein neues Zuhause und dass sich so viel endlich um ihn dreht, sichtlich genießt. Mensch und Tier, gemeinsam happy.

Oft ist ein Tier viel mehr als „nur“ ein Tier - es bringt Lebensfreude zurück. Wie beim Oststeirer Josef Z., der am Tod seiner früheren Katze seelisch fast zerbrochen wäre. Seine Familie brachte ihm ein armes Viecherl aus dem Tierheim. „Niki“ hat sich sofort in sein Herz geschnurrt, braucht ihn. Und der Steirer hat sein Strahlen wieder. 

Wenn Sie Michaela Winter bei ihrer Arbeit unterstützen möchten: IBAN: AT16 3804 3000 0271 9433

Aktuelles zur Suche nach dem Katzenmörder:
20.000 Euro Ergreiferprämie liegen schon im Topf, 2000 Euro allein kommen von der „Krone“-Tierecke mit Leiterin Maggie Entenfellner. Die Staatsanwaltschaft und das Kriminalreferat warten jetzt auf das Gutachten der Veterinärmedizin in Wien. Dass die zwei Katzen in Graz gehäutet worden sind, steht außer Frage. Noch immer wird aber kollektiv gehofft, dass das anders passiert ist als durch die Hand eines Psychopathen.

Christa Bluemel
Christa Bluemel
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