14.07.2020 16:23 |

Hagia-Sophia-Umbau

Zutritt für Touristen außerhalb der Gebetszeiten

Die Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee rief weltweit Kritik hervor, besonders in den orthodoxen Ländern. Auch Papst Franziskus meldete sich besorgt zu Wort und erklärte, er empfinde „großen Schmerz“, wenn er an das Wahrzeichen in Istanbul denke. Die türkische Religionsbehörde Diyanet war am Dienstag um Beruhigung bemüht. Das UNESCO-Weltkulturerbe werde weiterhin - außerhalb der Gebetszeiten - für Besucher aus aller Welt geöffnet sein. Auch christliche Symbole könnten bleiben.

Allerdings würden Kreuze und andere heilige Symbole des Christentums „während der Gebetszeiten in der Moschee mit geeigneten Mitteln bedeckt“, hieß es weiter. Am 24. Juli soll das erste muslimische Gebet stattfinden. Derzeit finden Umbauarbeiten statt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag angekündigt, dass die Hagia Sophia künftig wieder als Moschee genutzt werden soll. Dieser Ankündigung war eine Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei vorangegangen. Darin hoben die Richter den Museumsstatus des Gebäudes, der seit 1935 gegolten hatte, auf.

Die Ankündigung des türkischen Präsidenten, den Kuppelbau für muslimische Gebete zu öffnen, sorgte international für breite Kritik, die auch Tage später nicht abriss. Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) sagte, die Umwidmung der Hagia Sophia von einem Museum in eine Moschee sei „ein jüngstes Glied einer Kette von Provokationen“. In Hinblick auf die Entwicklungen in Libyen und im Nordirak betonte er vor dem EU-Außenrat am Montag in Brüssel, „die Türkei ist einfach kein verlässlicher Partner Europas“.

Griechenland droht Türkei nach „historischem Fehler“
Auch die deutsche Bundesregierung äußerte am Montag ihr Bedauern. Es gelte aber, die „Ausgestaltung der Nutzung“ des Baus noch abzuwarten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die EU, Russland und die USA nannten die Entscheidung „bedauerlich“. Klarere Worte fand die griechische Regierung: Sie drohte nach dem „historischen Fehler“ mit einer entsprechenden Antwort. Konkreter wurde man aber nicht.

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