06.06.2020 15:00 |

Tiroler helfen vor Ort

Kinderlachen inmitten der Armut Nepals

Der Oberländer Frizzey Greif und seine Lebenspartnerin Christine Jarosch erzählen der „Krone“ ihre neuesten Erlebnisse aus Nepal.

Seit Jahren tourt Frizzey Greif bei seinen „Helptouren“ ehrenamtlich durch Nepal und hilft dort den Ärmsten der Armen. Heuer kämpften er und seine Lebensgefährtin Christine Jarosch sich zum Dhaulagiri Gebiet im Himalaja durch.

Zusammenbruch konnte das Duo nicht aufhalten
Sie durchquerten das Kali Gandaki Tal, die tiefste Schlucht der Erde, bis es keine befahrbaren Wege mehr gab und die Reise mit Maultieren fortgesetzt werden musste. „Die engen, ungesicherten Bergpfade, wo alles vom nächsten Schritt abhängen kann, gingen ins Nervensystem“, schildert Greif.

Hinzu kam, dass bereits die Abreise im Februar holprig vonstatten gegangen war: Der Sturm „Sabine“ rüttelte die beiden schon auf dem Flug nach Kathmandu ordentlich durch. „Speiübel und durchgeknallt kamen wir mit kaputten Koffern an“, erinnert sich der Organisator.

Die nervenaufreibende Wanderung in Nepal, kombiniert mit den kochenden Temperaturen, gab den Beiden dann den Rest – sie erlitten einen Zusammenbruch und mussten eine Zwangspause einlegen.Doch ihr Team, bestehend aus 50 Sherpa, Ärztin Shuvechchha Dewa sowie Nepalkenner Tshering Lama Sherpa, half dem Paar bald wieder auf die Beine.

Bettelarmes Dorf „Gurja“ begrüßte Tiroler herzlich
Schließlich kam die Gruppe im Krisengebiet Gurja im Distrikt Myagdi an. „In diesem Dorf gibt es im Freien nur ein Rohr, aus dem nicht trinkbares Wasser kommt. Das ganze Dorf wäscht sich dort, spült das Geschirr und so weiter“, erzählt Greif von erschreckenden Zuständen. „Auf 3000 Meter Seehöhe laufen die meisten barfuß herum und haben teilweise nicht einmal ein wasserdichtes Dach über dem Kopf.“

Mit traditionellen Khata-Schals und Kindertänzen wurde das Team vom Dorf begrüßt. Greif und Co. hatten viel zurückzugeben: Im Tiroler Prutz waren 200 Kilogramm an Spenden zusammengekommen – darunter Stofftiere, Bergschuhe, Lesebrillen, Kleider und vieles mehr. Der Prutzer Dorfarzt Philipp Plangger steuerte Heilsalben bei, hinzu kamen außerdem in Nepal produzierte Anoraks, Schlafsäcke, Mützen, Schultaschen mit Schulmaterial sowie Zahnhygiene-Produkte und Medikamente.

Einwohner unendlich dankbar für Spenden
Greif schildert unvorstellbare Szenen: „Senioren gingen aus Dankbarkeit in die Knie, küssten einem die Füße. Und dann die großen Augen der Kinder, die zum ersten Mal in ihrem Leben ein Geschenk bekamen.“

Begeistert zeigte sich das Duo vor allem vom Lehrpersonal des Dorfes – immerhin ist Bildung die Grundlage für ein besseres Leben. „Doch eine Lehrerin bekommt von der Regierung in Nepal nur um die 1000 Euro – pro Jahr!“, zeigt sich der Tiroler entsetzt. Der Direktor der Schule war von den Spenden derart begeistert, dass er spontan das Zertifikat der „Frizzey Light Organisation“ im Klassenzimmer aufhängte.

„Trotz Hunger, Kälte und Hilflosigkeit gab es lachende, dankbare Gesichter“, erinnert sich Greif, de wieder gesund und glücklich wieder in Tirol angelangt ist und bereits die nächsten Helptouren ins Auge gefasst hat: 2021 zieht es ihn nach Mugu!

Ab 7 Euro monatlich kann man dem „Frizzey Light Verein“ beitreten. Nähere Informationen dazu unter www.frizzey-light.org

Mirjana Mihajlovic
Mirjana Mihajlovic
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