29.05.2020 09:11 |

Mehr als angenommen

Heimische Wirtschaft schrumpfte bis März um 2,9%

Österreichs Wirtschaft ist wegen der Corona-Krise im ersten Quartal noch etwas stärker geschrumpft als bisher angenommen. Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betrug im Jahresabstand real 2,9 Prozent, gab das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Freitag bekannt. Bei der ersten Schätzung vor einem Monat war man von minus 2,7 Prozent ausgegangen.

Stärker als zuletzt gedacht war vor allem die Abschwächung der Konsumausgaben der Privathaushalte, die 4,3 Prozent statt 3,6 Prozent ausmachte - womit sich auch der Einzelhandel noch mehr abschwächte. Der Außenhandel sackte von Jänner bis März ebenfalls stärker ab: Exporte und Importe gaben binnen Jahresfrist um 4,2 bzw. 4,9 Prozent nach, Ende April war man noch von 3,9 bzw. 4,4 Prozent Rückgang ausgegangen.

Minus in Bereichen Sport und Kultur am stärksten
Am stärksten war das Minus freilich in den Bereichen Sport-, Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen sowie persönliche Dienstleistungen (etwa Frisöre) mit unverändert 8,1 Prozent sowie im großen Bereich „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie“ mit weiterhin 7,3 Prozent.

Im Sektor „Bergbau, Herstellung von Waren, Energie- und Wasserversorgung, Abfallentsorgung“ betrug der Rückgang nach neuer Rechnung 6,0 Prozent, in der Schnellschätzung ging man von 5,7 Prozent Minus aus. Stabilisierend wirkten dagegen die Bereiche „Information und Kommunikation, Kredit- und Versicherungswesen, Grundstücks- und Wohnungswesen“ (+2,0 Prozent) sowie die öffentliche Verwaltung (+0,5 Prozent).

Der Wachstumseinbruch in der gegenwärtigen Corona-Krise sei „deutlich kräftiger“ als zum Ausbruch der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise im Spätherbst 2008, betonte das Wifo in einer Aussendung: „Ein BIP-Rückgang dieser Größenordnung ist zu Beginn einer Krise in Friedenszeiten außergewöhnlich.“ Im Zeitraum April bis Juni wird das BIP noch viel stärker einbrechen.

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