18.05.2020 19:46 |

Grenzöffnung

Merkel drängt auf EU-weite Corona-Regeln

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Angleichung der Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie innerhalb der Europäischen Union angemahnt, um den freien Reiseverkehr wieder zu ermöglichen. Sie regte am Montag nach einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron an, sich dabei an der deutschen Obergrenze für Neuinfektionen zu orientieren.

Demnach sollen aufgehobene Lockerungen rückgängig gemacht werden, wenn die Grenze von 50 Neuerkrankungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner überschritten wird. „So muss es auch in anderen Ländern sein, dann kann man sich gut aufeinander verlassen“, betonte Merkel. „Wir müssen den Mut haben - das wird jetzt das Wichtige sein - nicht einfach auf Teufel komm raus (...) alle Regionen gleichermaßen zu behandeln.“

Merkel stellte die Urlauber darauf sein, dass sie in ihrem Urlaub mit gewissen Einschränkungen rechnen müssen. „Es wird keine normale Tourismussaison sein können, es wird eine Tourismussaison im Zeichen der Pandemie sein. Das ist die Wahrheit. Aber wir wollen so viel wie möglich natürlich ermöglichen, was verantwortbar ist.“

Deutsche Reisewarnung soll Mitte Juni auslaufen
Der deutsche Außenminister Heiko Maas hatte sich zuvor mit seinen Kollegen aus zehn der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen darauf verständigt, auf eine Öffnung der Grenzen für Touristen noch vor Sommerbeginn hinzuarbeiten.

Bei einer Videokonferenz ging es am Montag darum, wie dafür Grenzkontrollen und Quarantäneregelungen aufgehoben werden können und die notwendige Hygiene an den Urlaubsorten gewährleistet werden kann. Maas kündigte nach dem Treffen an, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung zunächst nur für die Europäische Union aufheben und durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzen zu wollen. Darin soll dann auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden.

Einige Länder hatten angekündigt, ab Juni oder Juli ihre Grenzen für Touristen zu öffnen. Bereits jetzt gibt es bilaterale Vereinbarungen wie zwischen Österreich und Deutschland. Dies hat in anderen benachbarten Staaten zu Irritationen geführt, da sich deren Regierungen nun einem größeren Druck ausgesetzt sehen.

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