11.05.2020 07:16 |

Heimkehr verzögert

IS-Opfer nach 6 Jahren wieder zurück bei Familie

Sie war sechs Jahre in den Fängen der Terrormiliz Islamischer Staat - nun konnte die 17-jährige Layla Eido wieder ihre Familie im Irak in die Arme schließen. Der Teenager sei bei „guter Gesundheit“, teilte ein politischer Vertreter der Jesiden am Sonntag mit. Ihre Rückkehr hatte sich durch die Corona-Pandemie verzögert.

Das jesidische Mädchen war im Alter von elf Jahren zusammen mit zahlreichen anderen jesidischen Mädchen und Frauen aus der nordirakischen Region Sinjar verschleppt worden. Die Frauen und Mädchen wurden von den extremistischen Islamisten versklavt, viele von ihnen systematisch vergewaltigt und zwangsverheiratet.

Gemeinsam mit Tausenden anderen Frauen in Syrien gestrandet
Der Albtraum Eidos endete, als das vom IS ausgerufene „Kalifat“ im vergangenen Jahr unter der Offensive kurdischer Kämpfer und der US-geführten Militärkoalition kollabierte. Das Mädchen steckte danach aber in einem von Kurden geführten Lager für Tausende Frauen und Kinder von IS-Mitgliedern im Nordosten Syriens fest.

Vor einigen Monaten gelang Eido dann die Kontaktaufnahme zu ihrer Familie im Irak. Ihre geplante Heimkehr verzögerte sich jedoch, da der Irak und Syrien wegen der Corona-Pandemie ihre Grenzen schlossen. Die Heimkehr Eidos und einer Begleiterin, über deren Schicksal weniger bekannt ist, wurde nach Angaben des Jesiden-Vertreters schließlich durch kurdische Kräfte ermöglicht.

Die kurdischsprachige Religionsminderheit der Jesiden wurde in der Vergangenheit immer wieder verfolgt. Die Dschihadisten betrachten die Jesiden als „Teufelsanbeter“ und gingen besonders grausam gegen sie vor.

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