Affäre gebeichtet

Enttäuschte Ex-Geliebte ließ Waffennarr auffliegen

Dieser Einsatz sorgte selbst bei den erfahrensten Ermittlern für Staunen: Ein Mühlviertler (65) hortete in seinem Keller das größte Waffenarsenal, das in Oberösterreich seit Jahrzehnten gefunden wurde. Ins Rollen brachte den Fall die enttäuschte Ex-Affäre des Pensionisten, nachdem sie dessen Gattin von ihrer Liebe erzählt hatte ...

Unglaublich! Eine Million Stück Munition, 20 vollautomatische Waffen, 100 Faustfeuerwaffen, 30 Langwaffen (auch Scharfschützengewehre) und 100 Schalldämpfer im Gesamtwert von 300.000 Euro hatte der Pensionist aus Rainbach/M. in seinem Keller versteckt. 19 Waffen hatte er registrieren lassen, in der Befragung sagte er: „A bisserl mehr hab’ i schon“. „Die Munition reicht aus, um die 4000 Polizisten in Oberösterreich ein Jahr lang zu versorgen“, ist Landespolizeidirektor Andreas Pilsl erstaunt.

Ex-Geliebte beichtete Ehefrau Affäre
Aufgeflogen war der Waffennarr wegen einer jahrelangen Affäre. Er versprach der Geliebten, es seiner Ehefrau zu beichten, doch im Oktober 2019 trennte er sich von ihr. Die enttäuschte Frau rief am Freitag dessen Gattin an, erzählte ihr von der Affäre. Danach hatte sie Angst, weil ihr der Pensionist schon vor Monaten erzählt hatte, dass ausländische „Killer“ seine Freunde seien und er immer eine Waffe bei sich habe. Sie erstattete Anzeige.

Vieles selbst gebastelt
Die Cobra rückte aus. Der Einsatz gestaltete sich aber schwierig, weil ein Familienmitglied des Pensionisten mit Corona infiziert war. „30 Polizisten haben sieben Stunden gebraucht, um alles aus dem Keller zu räumen“, sagt Pilsl. Bei der Befragung sagte der Mann, er interessiere sich für Waffentechnik und habe viele Teile selbst hergestellt. „Wir haben die U-Haft verhängt, forschen jetzt Hintermänner aus“, so Staatsanwältin Ulrike Breiteneder.

Lisa Stockhammer, Kronen Zeitung

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