Rabitsch im Homeoffice

Der Radsport taucht in die virtuelle Welt ein

Steiermark
03.04.2020 11:00

Rennen am Laptop statt im Freien sind derzeit angesagt. Das steirische Rad-Ass Stephan Rabitsch sprach über seine derzetigen Alltag daheim in der Coronakrise. Der Österreichische Radsportverband steht vor einer Entscheidung.

„Irgendwie fühlt sich alles so surreal an“, kann’s auch Radprofi Stephan Rabitsch nicht fassen. „Eigentlich würden wir ja gerade mit unserer Saison voll durchstarten. Aber es herrscht völliger Stillstand.“ Alle Rennen sind abgeblasen, die Trainingsausfahrten im Freien auf ein Minimum reduziert. Die Radsportler flüchten sich in die virtuelle Welt. „Wir zwiften alle.“

Mit dem Programm „Zwift“ kann Rabitsch dabei virtuell alleine oder auch mit seinen Teamkollegen Rennen simulieren. „Ich habe das praktisch nie genützt, aber in der aktuellen Phase ist es ein guter Ausgleich.“ Das Rennrad wird dabei auf eine Rolle gestellt und diese mit dem Handy, Laptop oder Tablet verbunden. „Man kann sogar echte Rennen fahren. Es wurde angeblich sogar schon überlegt, ein Preisgeld auszuschütten.“ Beim Zwiften bleibt Rabitsch (der im Freien mit dem Rad nur alleine unterwegs ist) auch mit seinen Teamkollegen in Kontakt. „Vor allem auch mit denen aus Italien. Die haben es aktuell wirklich nicht leicht, dürfen sich gar nicht mehr im Freien bewegen. Erst durften die Berufssportler noch mit Sondergenehmigung und UCI-Lizenz noch in der Natur trainieren, die aktuellen Ausgangssperren in Italien gelten jetzt aber auch für Sportler.“

Auch beim Homeoffice hat Rabitsch alles im Griff und wird von Sohnemann Joseph genauestens „überwacht“. (Bild: Stephan Rabitsch)
Auch beim Homeoffice hat Rabitsch alles im Griff und wird von Sohnemann Joseph genauestens „überwacht“.

Niemanden aussperren
Dass bald wieder Rennen gefahren werden, glaubt Rabitsch nicht: „Der Radsport ist so vernetzt und der Virus verbreitet sich auf der ganzen Welt. Du kannst ja nicht in ein paar Wochen auf einmal die Italiener, Spanier oder Amerikaner von den Rennen ausschließen.“ In der ganzen Krise sieht Jungpapa Rabitsch aber auch einen Vorteil: „Ich bin sonst ja viel unterwegs, jetzt habe ich viel mehr Zeit für meinen Sohn Joseph.“

Verband tagt am 17. April
Am Rande gibt es auch einige Fakten vom Radsportverband. Am 17. April steigt eine Präsidiumssitzung. Hier soll entschieden werden, ob die Ö-Tour und die Rad-Bundesliga heuer noch stattfinden. Auch die Mountainbike-EM in Stattegg könnte auf 2023 verschoben werden. Fix: Alle internationalen UCI-Rennen bis 1. Juni wurden bereits abgesagt. Dafür führte der Verband mit „eCycling Austria“ ebenfalls eine Online-Plattform für Trainings und Rennen ein. Die Radwelt wird virtuell.

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