30.03.2020 07:03 |

Coronavirus-Affäre

Ischgl droht nun Klage von 2500 Urlaubern

Vor knapp einer Woche hat die Justiz ihre Ermittlungen in der Causa Ischgl aufgenommen - jetzt droht dem beliebten Urlaubsort und dem Land Tirol auch noch eine Sammelklage. Rund 2500 Geschädigte könnten sich nach Angaben des österreichischen Verbraucherschutzvereins zusammentun und vor Gericht ziehen - wegen einer zu späten Reaktion auf den Beginn der Coronavirus-Epidemie. Denn in den beliebten Wintersportgebieten und besonders in den dazugehörigen Aprés-Ski-Bars sollen sich besonders viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Die Verantwortlichen bestreiten die Vorwürfe. Man habe „alles richtig gemacht“, heißt es aus Tirol.

Mehrere deutsche Medien berichten unter Berufung auf den vom früheren JETZT-Mandatar Peter Kolba gegründeten Verbraucherschutzverein (VSV), es werde eine Sammelklage gegen Tirol sowie den beliebten Skiort Ischgl vorbereitet. 2500 Urlauber hätten sich bereits nach einem Aufruf des VSV gemeldet haben, teilte Kolba am Sonntagabend mit: „Wir werden deren Rechte vertreten.“

Der Vorwurf: Die Behörden hätten zu spät auf die Coronavirus-Epidemie reagiert. Der Großteil jener, die sich beim VSV meldeten, sind Deutsche. Rund 90 Prozent der Meldungen betreffen Ischgl und das Paznauntal. Die Tiroler Gesundheitsbehörden wurden - wie berichtet - bereits am 30. Jänner über eine am Coronavirus erkrankte Frau informiert. Am 5. März deklarierte in der Folge Island den Tiroler Skiort Ischgl als Risikogebiet, nachdem 14 Urlauber infiziert aus dem Ski-Mekka heimgekehrt waren. Zwei Tage später wurden Ärzte von der Landessanitätsdirektion nach Ischgl entsandt, um Corona-Abstriche durchzuführen.

„Viren-Hotspot“ Ischgl und die Schirmbars
Gerade Ischgl und seine Lokale gelten seit der exponentiellen Verbreitung des Erregers Sars-CoV-2 in Europa als eine Art „Viren-Hotspot“. Ein Liftarbeiter erzählte der „Krone“, dass nach dem Quarantänebeschluss für die ersten Gebiete in Tirol noch 5000 Urlauber aus Ischgl im Oberland Ski fahren waren.

Auch berichteten jene Ärzte, die von der Landessanitätsdirektion nach Ischgl geschickt worden waren, sie hätten „nur von den Behörden definierte Personen testen dürfen". Testungen im mittlerweile berühmt-berüchtigten „Kitzloch“ hätte ein Arzt sogar eigenmächtig gemacht: „Am nächsten Tag gab es dann die positiven Ergebnisse. Da hätte man Ischgl bereits dichtmachen müssen, darin sind wir uns ebenfalls einig.“

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