Tiroler Liftarbeiter:

„5000 Gäste aus Ischgl waren noch auf Skipiste“

Tirol
28.03.2020 09:00
Ein Liftarbeiter erzählt der „Krone“, dass nach dem Quarantänebeschluss für die ersten Gebiete in Tirol noch 5000 Urlauber aus Ischgl im Oberland Ski fahren waren.

Die Bundesregierung erklärte - wie ausführlich berichtet - am Freitag, dem 13. März, das gesamte Paznauntal und St. Anton am Arlberg zum Risikogebiet und verhängte eine Quarantäne. Sämtliche Skitouristen wurden aufgefordert, umgehend die Sachen zu packen und sich auf den schnellsten Weg nach Hause zu machen. In ihren Heimatländern sollten sie die Behörden informieren und sich zwei Wochen isolieren.

(Bild: EXPA / APA / picturedesk.com)

„Sie passierten mit Skikarten das Drehkreuz, daher wissen wir das“
„Doch dieser Anweisung sind nicht alle Urlauber gefolgt. Tags darauf waren viele Gäste von Ischgl in Oberländer Skigebieten wie Venet, Fendels, Serfaus-Fiss-Ladis sowie am Kaunertaler Gletscher Skifahren. Das konnten wir nachvollziehen, weil sie mit ihren Skikarten das Drehkreuz passierten. Im ganzen Bezirk sprechen wir hier von mehr als 5000 Gästen“, schildert ein Liftarbeiter im Gespräch mit der „Krone“. Er will anonym bleiben, da er Angst hat, sonst den Job zu verlieren.

Alle Mitarbeiter seien entsetzt und fassungslos über so „rücksichtslose Menschen“ gewesen. Er könne garantieren, dass es sich zu 90 Prozent um deutsche Staatsbürger gehandelt habe.

(Bild: APA/Jakob Gruber)

„Diese Urlauber ziehen Tirol nun in den Dreck“
„Einer von ihnen wollte mich plötzlich etwas fragen. Ich habe ihn darauf hingewiesen, wegen der Corona-Krise einen Meter Sicherheitsabstand zu mir zu halten. Er sagte: ,Ihr Tiroler seid doch nur noch dumm und naiv.’ Meine Kollegen im Bezirk erzählten mir von ähnlichen Erfahrungen“, erklärt der Liftmitarbeiter. 

Ihn beschäftigt seither nur eine Frage: „Warum konnten diese Touristen tun und lassen, was sie wollen, wenn sie eigentlich dazu aufgefordert wurden, nach Hause zu fahren?“ Es seien genau diese Urlauber, die nun „unser schönes Land Tirol in den Dreck ziehen würden“, betont der Mann.

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