Sohn kämpfte in Syrien

Aus Vaterliebe den IS-Terror mitfinanziert

„Jeder, der Kinder hat, wird mich verstehen“, sagt der 61-Jährige in Wels vor Gericht. Obwohl der Mann das Engagement seines Sohnes für den IS ablehnte, schickte er dem Kämpfer 4200 Euro. „Aus falsch verstandener Vaterliebe“, kontert der Staatsanwalt.

Der Sohn ist inzwischen in Syrien verstorben. Aber 2016, als er mit fünf Überweisungen Geld über die Türkei nach Syrien schickte, hatte der Vater, der 2004 mit Frau und vier Kindern aus Tschetschenien nach Wels gekommen war, noch Hoffnungen, ihn zur Rückkehr bewegen zu können. Zweimal reiste er deshalb in die Türkei, schaltete die dortige Polizei ein. Der Sohn aber sei „wie in Hypnose gewesen“. Auch am Telefon wollte die Familie den Sohn zur Flucht überreden.

Urteil ist rechtskräftig
Das Geld sei für Essen und Kleidung gewesen. Dass er damit auch den Islamischen Staat unterstützt, wie es das Gesetz auslegt, ist dem gläubigen Moslem nicht in den Sinn gekommen. Auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung konnte beim Angeklagten keine radikalen Tendenzen feststellen. Das Urteil: ein Jahr bedingte Haft und 360 Euro Geldstrafe.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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