Nach Risiko-Reisen

Unis bitten wegen Coronavirus um Fernbleiben

Österreich
02.03.2020 17:38

Einige Universitäten haben Mitarbeiter und Studenten, die eine vom Coronavirus besonders betroffene Region bereist haben, dazu aufgefordert, nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet nicht an Lehrveranstaltungen teilzunehmen. An der Uni Innsbruck sollen etwa Betroffene nach der Rückkehr aus einem von der WHO benannten Risikogebiete dem Arbeitsplatz zwei Wochen lang fernbleiben. Die Uni Wien ruft Hochschul-Angehörige, die Symptome des Virus zeigen, in einem Risikogebiet laut Reisewarnungen des Außenministeriums waren oder Kontakt mit Erkrankten hatten, ebenfalls zum Fernbleiben auf.

Wenn Studenten im Zusammenhang mit Corona nicht an Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitspflicht teilnehmen können, sei aufgrund „der besonderen Situation kulant vorzugehen“ und nicht auf Krankenbestätigungen zu bestehen. So heißt es in einem Rundschreiben der Uni Wien, das im Laufe des Nachmittags an alle Studentinnen und Studenten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen soll. Außerdem können Mitarbeiter mit Betreuungspflichten im Anlassfall wie der Schließung einer Schule zu Hause bleiben.

(Bild: thinkstockphotos.de)

„Soziale Kontakte freiwillig stark reduzieren“
Auch an der Uni Innsbruck, wo auf Empfehlung der Landessanitätsdirektion Studenten und Mitarbeiter 14 Tage nach einer Reise in ein Risikogebiet nicht an Lehrveranstaltungen teilnehmen und „ihre sozialen Kontakte freiwillig stark reduzieren“ sollen, gelten Fehlzeiten im Zusammenhang mit dem Coronavirus als entschuldigt. Die entsprechende Empfehlung sei an alle Tiroler Hochschulen ergangen, hieß es gegenüber der APA aus dem Rektorat. Zum heutigen Semesterbeginn habe sich in diesem Zusammenhang eine Handvoll Lehrveranstaltungsleiter gemeldet, hier werde nach einer Überbrückungslösung gesucht. Auch von Studenten habe es die eine oder andere Meldung gegeben.

(Bild: LIEBL Daniel | zeitungsfoto.at)

In Tirols Schulen und Kingergärten ging man sogar noch einen Schritt weiter. So wurde wurden in einem Schreiben der Bildungsdirektion Tirol sowie der Abteilung Gesellschaft und Arbeit, Fachbereich Elementarbildung, aufgefordert, umgehend Erhebungen hinsichtlich des Aufenthaltes der SchülerInnen und des Lehr- und Verwaltungspersonals sowie der Kinder und BetreuerInnen in den vergangenen 14 Tagen durchzuführen.

BOKU verbietet Dienstreisen
An der Universität für Bodenkultur heißt es auf der Homepage im „Leitfaden für Auslandsaufenthalte“, dass sämtliche Dienstreisen in Risikogebiete verboten sind, um „keine Ausbreitung zu fördern“. Könnten Mitarbeiter der Uni oder Studenten durch Reisen oder aufgrund von direktem Kontakt mit potenziell infizierten Personen von einer Coronavirus-Infektion betroffen sein, darf der Arbeitsplatz erst nach Abklärung durch den Amtsarzt wieder aufgesucht werden.

Uni Graz gibt keine Empfehlung ab
An der Uni Graz wurden unterdessen keine über die Empfehlungen von Gesundheitsbehörden und Bildungsministerium hinausgehenden Maßnahmen getroffen. Das Bildungsministerium hatte vergangene Woche eine Checkliste für Hochschulen und Forschungseinrichtungen für den Umgang mit dem Coronavirus ausgeschickt. Sie müssen in diesem Fall die Gesundheitsbehörden einschalten, die dann über die weiteren Maßnahmen entscheiden. Wie an anderen Unis auch gibt es an der Uni Graz zudem eine Taskforce, die täglich zusammenkommen kann, um bei Bedarf weitere Schritte zu besprechen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Coronavirus SARS-CoV-2 (gelb) (Bild: NIAID-RML)
Elektronenmikroskopische Aufnahme des Coronavirus SARS-CoV-2 (gelb)

Auch in Salzburg wurden den Uni-Angehörigen laut einer Sprecherin des Rektorats bisher nur die allgemeinen Empfehlungen des Bildungsministeriums kommuniziert. Allerdings hat die Hochschule wegen der unsicheren Situation mit dem Coronavirus in China bereits Anfang Februar ein seit 2007 laufendes Austauschprogramm mit der Fudan Universität in Shanghai ausgesetzt.

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