28.02.2020 10:26 |

Coronavirus-Maßnahmen

Slowakei kontrolliert jetzt Verkehr aus Österreich

Das Coronavirus hat sich in weitere europäische Staaten ausgebreitet. Litauen, Weißrussland und die Niederlande meldeten erste Infektionsfälle. Die Slowakei kündigte unterdessen Verkehrskontrollen an den Grenzen zu Österreich an. Eine leichte Entspannung zeichnet sich hingegen in Italien ab. 

Wie Ministerpräsident Peter Pellegrini nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am Donnerstag vermeldete, wolle die Slowakei Autos aus Österreich wegen des neuen Coronavirus kontrollieren. Die Maßnahme solle am Freitag oder spätestens Samstag beginnen, meldeten die slowakische und die tschechische Nachrichtenagenturen TASR und CTK.

„Reisende werden nach Gesundheitsproblemen befragt“
„Es wird Kontrollen aller Autos geben, die in die Slowakei kommen“, so Pellegrini. Der Verkehr würde verlangsamt und die Reisenden von den Grenzbeamten nach Gesundheitsproblemen gefragt. Ab Freitag würden auch alle Passagiere auf den internationalen Flughäfen medizinisch untersucht. Flugpassagieren werde die Temperatur gemessen, sagte Pellegrini. Das slowakische Außenministerium warnte unterdessen vor Reisen in Länder, in denen Coronavirus-Fälle bestätigt wurden. In der Slowakei selbst wurden bisher keine Fälle gemeldet.

Innenministerium: Keine generellen Grenzkontrollen
Laut österreichischem Innenministerium handelt sich sich dabei um keine generellen Kontrollen an der Grenze zu Österreich. Es würden lediglich Info-Zettel verteilt, hieß es vom Coronavirus-Stab des Ministeriums. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) stehe mit seiner slowakischen Amtskollegin Denisa Sakova zudem im ständigen Austausch.

39-Jährige in Litauen erkrankt
In Litauen ist nach Angaben der Regierung eine 39-jährige Frau erkrankt, die kürzlich in Verona in Norditalien war. Sie hat den Angaben zufolge nur leichte Symptome und wurde in einem Krankenhaus in der Stadt Siauliai im Norden Litauens isoliert. Ihre Angehörigen stehen demnach unter Beobachtung. Die Behörden bemühten sich mit Hochdruck darum, alle Kontaktpersonen der Frau zu ermitteln, um vorbeugende Maßnahmen ergreifen und die Ausbreitung des Virus stoppen zu können, erklärte Vize-Gesundheitsminister Algirdas Seselgis.

Iranischer Student in Weißrussland positiv getestet
In Weißrussland wurde ein iranischer Student positiv auf das Virus getestet, der vergangene Woche über Aserbaidschan eingereist war. Sein Gesundheitszustand sei „zufriedenstellend“, teilte das Gesundheitsministerium mit. Menschen, mit denen der Student seit seiner Einreise am vergangenen Samstag Kontakt hatte, wurden in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Minsk unter Quarantäne gestellt. Das Gesundheitsministerium kündigte an, künftig neben Reisenden aus China auch Reisende aus Italien, dem Iran und Südkorea einer Gesundheitsuntersuchung zu unterziehen.

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Einen ersten Ansteckungsfall meldeten auch die Niederlande. Der Patient wurde in einem Krankenhaus in Tilburg unter Quarantäne gestellt, wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und die Umwelt mitteilte. Der Mann war zuvor in die italienische Region Lombardei gereist.

Erste Fälle in Hamburg und Hessen
Auch in Deutschland breitet sich das Virus immer stärker aus: Am späten Donnerstagabend wurden die ersten Fälle in Norddeutschland und in Hessen gemeldet. Insgesamt stieg die Zahl der bestätigten Infektionen innerhalb eines Tages um mehr als das Dreifache auf über 30. Allein in Nordrhein-Westfalen sollen zudem geschätzt rund 1000 Menschen in Quarantäne sein. Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Fallzahl in Deutschland noch stark ansteigen wird. 

Italien will ab nächster Woche Schulen wieder öffnen
Währenddessen bemüht sich Italien um eine Rückkehr in die Normalität. Die Lombardei und Venetien wollen Anfang kommender Woche wieder die Schulen öffnen. Der Mailänder Dom soll Touristen wieder zugänglich sein, auch Museen könnten bald wieder geöffnet werden, hieß es in Rom.

Schwierig bleibt weiterhin die Lage in der sogenannten roten Zone aus elf lombardischen Gemeinden, in denen der Infektionsherd isoliert wurde. Die Hausärzte der betroffenen Gemeinden stehen unter Quarantäne. Viele Patienten, die positiv auf Coronavirus getestet wurden und an Lungenentzündung erkrankt sind, müssten zu Hause bleiben, viele von ihnen seien nicht untersucht worden, beklagten Ärzte aus Gemeinden der „roten Zone“. Das Krankenhaus der lombardischen Stadt Cremona meldete wegen der vielen Patienten einen Mangel an Betten.

Bisher 17 Tote in Italien
Im Gegensatz zu anderen Ländern hatte Italien bisher alle Infektionsfälle gezählt. Doch künftig will der italienische Zivilschutz nur klinisch relevante Fälle mit grippalen Symptomen melden. Italien hat in den vergangenen Tagen über 11.000 Personen auf das neue Coronavirus getestet. 17 Personen sind bisher gestorben, dazu gab es 650 Infektionsfälle, wie aus der jüngsten offiziellen Bilanz hervorgeht.

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