27.02.2020 22:41 |

Seenprozess

Kronzeugin bleibt dabei: Haider habe kassiert

Die Ex-Politikerin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger hatte beim Seenprozess vor Richterin Ute Lambauer ihren großen Auftritt: Sie blieb dabei, dass im Seendeal Bares an Haider und sein Team floss. Elisabeth Kaufmann-Bruckberger ist ein Polit-Profi. Sie war Nationalrätin und niederösterreichische Landesrätin. Sie weiß, dass man auf jedes Wort aufpassen muss - dementsprechend verhält sie sich als wichtigste Belastungszeugin im Seenprozess. Sie sagt nur, was sie sagen muss, erinnert sich nur partiell und an wenig. Da können die Verteidiger der beiden angeklagten Wiener machen, was sie wollen.

Ja, sie war Haiders Botin - „Überbringerin für Nachrichten und Geld“. 2007 habe sie in einer Wiener Bar den damaligen Finanzchef des ÖGB kennengelernt. Noch am gleichen Abend gab es das Angebot, doch drei Seen - Maltschacher, Hafner- und Ossiacher See - dem Land Kärnten anzubieten. Kaufmann-Bruckberger telefonierte sofort. Und das Ergebnis ist bekannt: Der verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider kaufte die Seen um 42 Millionen Euro an. Viel zu teuer, heißt es heute. Unter anderem sollen im Kaufpreis 700.000 Euro Bestechungsgelder eingepreist gewesen sein.

„Wie bei den Eurofightern“, murmelt ein Prozesskiebitz. Auch in dem Krimi ist ja der Name der Zeugin bereits gefallen. „Parteienfinanzierung war damals nicht verboten“, verteidigt sich Kaufmann-Bruckberger. Sie habe das Geld in Tranchen und in Kuverts nach Klagenfurt gebracht, teilweise nahm Haider das Geld, manchmal auch seine Mitarbeiter.

Gegen sie wurden die Ermittlungen eingestellt, wie auch gegen die Botin. Ihre Beteiligungstaten seien verjährt. Übrig blieben jene Vermittler, über deren Tische der nach wie vor ominöse Deal zwischen dem roten ÖGB und dem (damals) orangen Haider lief. Sie sollen das Land bewusst geschädigt haben, so der Vorwurf. Die Urteile stehen aus.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
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