20.02.2020 13:44 |

Wenn Kinder schielen

Ein „Silberblick“ vergeht leider nicht von alleine

Der süße „Knick in der Optik“, der bei Omas und Tanten oft für Verzückung sorgt, ist eine handfeste Augenerkrankung! Unbehandelt kommt es zu Fehlsichtigkeit, Problemen beim Lernen und im Alltag. Oft genügt die Korrektur mittels Brille, manchmal muss operiert werden.

„Für das räumliche Sehen ist es wichtig, dass beide Augen auf den zu fixierenden Gegenstand gerichtet sind. Weicht ein Auge von dieser Blickachse ab, so spricht man vom Schielen“, erklärt OA Dr. Michael Brandecker, Leiter der Sehschul-Ambulanz bei den Barmherzigen Brüdern Linz. Bei leichter Ausprägung reicht es oft schon, ein Auge abzukleben, um die Sehschärfe zu verbessern.

Warum manchmal eine Operation sinnvoll ist, begründet der Experte so: „Etwa, wenn das Kind eine Kopfzwangshaltung einnimmt oder andere Beschwerden durch das Schielen auftreten. Häufig passiert dies vor Schuleintritt, es sind aber auch frühere Operationen möglich.“ Bei dem meist tagesklinisch durchgeführten Eingriff werden die betroffenen Augenmuskeln verlagert, die kleinen Patienten können im Normalfall noch am selben Tag wieder nach Hause. Die Nachkontrollen erfolgen ambulant.

Schieloperationen sind in jedem Alter durchführbar, Sehtraining ist nur bis zur Pubertät erfolgversprechend, weshalb man früh zu einer Diagnose kommen sollte.

„Eintropfen“: Unangenehm, aber wichtig für die Untersuchung
Orthoptistin Mag. Isabella Achleitner ergänzt: „Im Mutter-Kind-Pass sind zwei Augen-Untersuchungen vorgesehen, zwischen 10 und 14 Monaten, bzw. 22 und 26 Monaten. Doch viele Eltern nehmen den zweiten Termin nicht wahr, da dabei die Augen eingetropft werden und das kaum ein Kind mag. Das Eintropfen ist aber wichtig! Nur dadurch erweitert sich die Pupille wodurch der Arzt Dioptrien, Netzhaut und Sehnerv korrekt überprüfen kann.“

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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