13.02.2020 22:07 |

Deutscher jubelt

Dreßen: Mit Spaß zum „Heimsieg“ in Saalbach

Wenn man Deutscher ist, in Scharnstein in Oberösterreich wohnt und in Saalfelden in Salzburg zur Schule gegangen ist, dann können viele Orte die Atmosphäre von Heimat vermitteln. „Es hat sich ein bisschen angefühlt wie Heimkommen. Es fühlt sich an wie ein zweites Heimrennen nach Garmisch“, sagte der Deutsche Thomas Dreßen, der am Donnerstag den Abfahrtssieg in Saalbach-Hinterglemm davontrug.

Bei nun fünf Weltcup-Abfahrtserfolgen schlug der 26-Jährige damit zweimal in Österreich zu, der Premierensieg war ihm im Jänner 2018 auf der Kitzbüheler Streif gelungen. In derselben Saison hatte er noch in Kvitfjell nachgelegt, ehe er einen Winter wegen eines Kreuzbandrisses pausieren musste. In Lake Louise raste er in seinem Comeback-Rennen im November 2019 gleich auf Platz eins, mit Garmisch und Saalbach erhöhte er in diesem Winter auf drei Siege.

Dreßen traf am Fuße des Zwölferkogels viele Wegbegleiter von früher, ehemalige Lehrer und Klassenkameraden von seiner Schulzeit in Saalfelden. „Als ich hierhergefahren bin, habe ich an die Zeit gedacht, als ich in Saalfelden im Skigymnasium war. Das waren fünf Jahre, da sind die Erinnerungen an die Schulzeit wieder gekommen, das war eine schöne Zeit.“ Mit Christian Schwaiger kommt auch der deutsche Herren-Cheftrainer aus Saalfelden.

Auch seine ersten Weltcup-Rennen bestritt Dreßen im Februar 2015 in Saalbach und damit in Saalfelden-Nähe, wurde in der Abfahrt 39. und schied im Super-G aus. „Ich hoffe, dass ich öfters das Ziel sehe. Beim zweiten Training hat es mich aufgestellt, und beim Super-G hat es mich aufgestellt. Das war schmerzhaft. Aber ich habe daraus gelernt“, sagte Dreßen nach dem Training in Saalbach am Mittwoch. Schon am nächsten Tag ging sein Wunsch mit dem Sieg deutlich in Erfüllung. „Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, dass ich jetzt in der Position bin, in der ich bin, hätte ich das nicht geglaubt.“

Nach Saalbach-Hinterglemm reiste er „mit dem Rückenwind“ des Sieges vor Heimpublikum in Garmisch. Der gelang ihm nach Rang 26 in Kitzbühel, wo ihm nichts aufgegangen war. „In der Woche in Kitzbühel habe ich so viel gelernt für meine weitere Karriere wie bis dahin nicht. Da wollte ich alles extrem perfekt machen, dadurch war ich nicht mehr locker, es war alles mit Gewalt. Ich habe vergessen, worum es mir beim Skifahren geht - und das ist Spaß haben.“

Somit machte ihm auch das Skifahren keinen Spaß, den holte er sich auf der Kandahar wieder zurück. „Ich hatte mir für Garmisch vorgenommen, bissl eine Gaude zu machen und blöde Sprüche mit dem Servicemann und Physio. Das ist super aufgegangen. Ich habe mir gedacht, okay, passt, das Gefühl muss ich beibehalten.“ Jetzt könne er es leicht sagen, aber das Ergebnis stehe nicht an erster Stelle. „Sondern der Spaß und dass alle gesund ins Ziel kommen. Und wenn ein gutes Ergebnis herauskommt, umso besser.“

In der Abfahrt am Donnerstag gelang Dreßen keine perfekte Fahrt, ab dem Mittelteil begann er aber nochmals bei Null. „Da habe ich mir gesagt, ich mache alles so wie besichtigt. Ich brauche nicht mehr zu riskieren, das habe ich in Kitzbühel schon probiert, das war nicht locker, das war über dem Limit, das ging sich nicht aus.“

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