17.01.2020 13:32 |

Positive Entwicklung

Alkoholkonsum nimmt langsam, aber konsequent ab

In den vergangenen 50 Jahren hat sich das alkoholspezifische Verhalten der Österreicherinnen und Österreicher sowie deren Einstellung zum Alkohol langsam, aber konsequent zum Positiven verändert. Zu diesem Ergebnis kamen die Autoren des „Handbuch Alkohol - Österreich“, dessen 20. Ausgabe am Freitag in Wien präsentiert wurde. Dennoch: Bei jedem Siebenten ist der Alkoholkonsum gesundheitsgefährdend.

Doppelt so viele Männer wie Frauen weisen problematischen Alkoholkonsum auf, erklärte Julian Strizek vom Kompetenzzentrum Sucht/Gesundheit Österreich. Grundsätzlich sei der Alkoholkonsum in der Bevölkerung aber deutlich zurückgegangen, berichtete „Handbuch“-Initiator und Autor Alfred Uhl, stellvertretender Abteilungsleiter des Kompetenzzentrums: von jährlich 15 Liter auf zwölf Liter Reinalkohol pro Kopf seit den 70er-Jahren, durchschnittlich um 25 Prozent.

Problembewusstsein gestiegen
Das würden gleich mehrere Indikatoren belegen: Regelmäßiger starker Alkoholkonsum in der Arbeitswelt ist zur Ausnahme geworden, Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Alkohol sind seit den 60er-Jahren drastisch zurückgegangen. Dies weise darauf hin, dass sich Präventionsmaßnahmen und gesetzliche Änderungen erfolgreich ausgewirkt hätten. „Das Bewusstsein, dass Alkohol ein Problemstoff ist, ist in Österreich gestiegen“, meinte Uhl.

Auch bei der Behandlung alkoholkranker Menschen hat sich viel getan. Während vor 50 Jahren noch stark moralisierende Konzepte dominierten, die einer radikalen Abstinenzorientierung verpflichtet waren, rückt man davon mittlerweile ab. So kann eine möglichst große Anzahl alkoholkranker Patienten möglichst frühzeitig zur Behandlung motiviert werden. 

Gerade bei Kindern und Jugendlichen gehe der Alkoholkonsum stetig zurück, zeigten sich die „Handbuch“-Autoren erfreut, und zwar generell in der westlichen Gesellschaft. Die Gründe dafür seien noch umstritten, meinte Strizek. „Es gibt dafür auch keine monokausale Erklärung, es kommt vor allem bei Burschen zu grundlegenden sozialen Änderungen.“ Für eine Substitution durch andere Suchtmittel gebe es derzeit keine Hinweise.

Warten auf Vereinheitlichung des Jugendschutzes
Immer noch ausständig sei hierzulande allerdings eine Vereinheitlichung des Jugendschutzes, sagte Uhl. Der sei immer noch Ländersache und weist trotz mancher Verbesserung nach wie vor deutliche Unterschiede auf. Es gab zwar immer wieder Bestrebungen, diese Bestimmungen zu vereinheitlichen, die aber bisher stets scheiterten, kritisierte Uhl: „Ich hoffe, dass da noch einiges passiert.“

Das „Handbuch Alkohol - Österreich“ ist eine zentrale kostenlose Informationsquelle zu den unterschiedlichen Aspekten des Themas. Es wird regelmäßig aktualisiert, ist über das Internet leicht zugänglich.

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