16.01.2020 13:05 |

1,3 Millionen Euro

Land fordert Liftabbau-Kosten

Knalleffekt im Konkursverfahren der Gaißauer Bergbahn GmbH: Das Land Salzburg hat eine 1,3 Millionen Euro schwere Forderung für Lift-Abtragungskosten angemeldet! Masseverwalter Wolfgang Hochsteger bestritt bei der ersten Tagsatzung das Begehren: „Fraglich ist, ob die öffentliche Hand für den Abbau zahlen muss.“

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt – das dürfte sich längst nicht nur jener Chinese gedacht haben, der vor der ersten Tagsatzung am Landesgericht Salzburg als Vertreter des chinesischen Mehrheitseigentümers Zhonghui Wang verkannt wurde ... Masseverwalter Wolfgang Hochsteger erkannte am Mittwoch in Wangs Abwesenheit „nur“ rund 540.000 Euro an Forderungen an. Angemeldet hatten die 33 Gläubiger aber, wie berichtet, insgesamt 1,996 Millionen Euro. Welche Groß-Forderung der Halleiner Rechtsanwalt bestritt? Die 1,3 Millionen Euro schwere des Landes für drohende Lift-Abtragungskosten, falls sich kein neuer Betreiber findet. „Das Gericht muss entscheiden, ob die Forderung zulässig ist. Also ob es ein Gesetz gibt, welches besagt, dass die öffentliche Hand die Abbruchkosten tragen muss“, so Hochsteger.

Im Amt der Landesregierung sieht man das anders: Die Forderungsanmeldung sei eine reine „Vorsichtsmaßnahme“ – laut Seilbahngesetz müssten Anlagen, die nicht mehr betrieben werden, abgebaut werden. Die Kosten dafür trage die Liftgesellschaft, die Entscheidung über die Abtragung der Landeshauptmann. Da Konkurs angemeldet wurde, habe Wilfried Haslauer (ÖVP) die Forderung anmelden müssen: „ Der Landeshauptmann musste die Kosten anmelden, sonst würden dem Bund hohe Kosten entstehen, falls sich kein neuer Betreiber findet und abgebaut werden muss“, sagt Christine Wessely, Referatsleiterin Verkehrsunternehmen, die einen formalen Fehler ortet. „Das wird sich alles klären.“

Verena Seebacher
Verena Seebacher
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