16.01.2020 06:45 |

Prävention geht vor

Einbruchsschutz & Co.: Fragen der Sicherheit

Optimaler Schutz für die eigenen vier Wände: Mit dem richtigen Mix an mechanischen und elektronischen Maßnahmen lassen sich die allermeisten Einbrecher wirksam abschrecken.

In der Medizin ist Prävention ein gerne und immer öfter bemühter Begriff. Der Patient trifft Vorsorgemaßnahmen, damit eine mögliche Krankheit gar nicht erst ausbricht. Auch in Polizeikreisen ist Prävention in aller Munde. Es gibt sogar eigens geschulte Beamte, die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen (und z.B. auch kostenlose Beratung anbieten).

Prävention bedeutet im kriminalistischen Zusammenhang: Wer einen Einbruch ins eigene Heim verhindern möchte, setzt im Vorfeld Maßnahmen, die abschreckend auf potenzielle Täter wirken. Einbrecher scheuen das Risiko und werden sich vermutlich ein Objekt suchen, das weniger gut geschützt ist.

Was ist das Wichtigste beim Einbruchschutz?
Alle Experten, die man zum Thema befragt, sind sich einig: Beim Einbruchschutz geht es immer um einen Mix aus mehreren unterschiedlichen Maßnahmen. Zuallererst sind hier mechanische Vorrichtungen wie Sicherheitstüren, Fenstergitter oder zusätzlich angebrachte Balkenschlösser zu nennen.

Neben den mechanischen sind für das private Sicherheitspaket auch elektronische Maßnahmen anzudenken: Alarmanlage, Bewegungsmelder & Co. Als dritte – oft unterschätzte – Säule geht es um das richtige Verhalten der Bewohner (siehe Info-Kasten). Alle getroffenen Vorkehrungen sollen sich sinnvoll ergänzen und so ein sicheres Ganzes ergeben.

Sinnvoll ergänzen: Was heißt das konkret?
Es bringt nichts, eine teure Alarmanlage (= elektronische Maßnahme) zu installieren, wenn die Eingangstür (= mechanische Maßnahme) aus Spanplatten zusammengenagelt ist und sich mit einem einzigen beherzten Fußtritt pulverisieren lässt.

Oder, Beispiel richtiges Verhalten: Eine Alarmanlage hat ihren Sinn auch dann verfehlt, wenn sie nicht eingeschaltet wird. Klingt unglaublich banal, wird aber in vielen Haushalten tatsächlich so gehandhabt. Noch ein Beispiel: Die massivste Sicherheitstür ist zwecklos, wenn ums Eck das Kellerfenster offen steht.

Worauf ist bei mechanischen Maßnahmen zu achten?
Bei ausgewiesenen Sicherheitstüren und -fenstern ist sichergestellt, dass es in der Gesamtkonstruktion – Rahmen, Beschlag, Verglasung bzw. Türblatt, Zarge, Schloss und Beschlag – keinen Schwachpunkt gibt. Die massive Verankerung von Tür- bzw. Fensterrahmen im Mauerwerk ist mitentscheidend. Das ist auch der Grund, warum man beim Einbau aller Sicherheitskomponenten nur Profis zu Werke gehen lassen sollte.

Die Wirksamkeit von mechanischen Einbruchschutzmaßnahmen lässt sich an der sogenannten „Widerstandsklasse“ ablesen, die internationale Abkürzung lautet RC (Resistance Class). Achten Sie beim Kauf darauf. Diese Normgröße gibt die Schutzwirkung des Bauteils mit einem Wert zwischen 1 und 6 an – je höher desto besser. Für den privaten Gebrauch gilt eine Widerstandsklasse im Bereich von 2 bis 4 als ausreichend sicher.

Welche mechanischen Maßnahmen gibt es noch?
Neben klassischen Sicherheitstüren und Sicherheitsfenstern findet man auf dem Markt zahllose Produkte, mit denen sich das eigene Heim Schritt für Schritt aufrüsten lässt: Sicherheitsschlösser, einbruchhemmende Rollläden, Scherengitter usw. Viele dieser Komponenten können auch im Nachhinein eingebaut werden. Jede Maßnahme ist ein weiterer Puzzlestein für ein Stück mehr Sicherheit.

Wie schützt man eine Altbautür?
Die Schwachstelle bei Doppeltüren ist die Mitte – hier brechen Täter relativ einfach durch. Mit einem Balken- oder Stangenschloss lässt sich jede zweiflügelige Altbautüre problemlos nachrüsten. Ein Balkenschloss besteht aus zwei Stahlriegeln, die senkrecht, waagrecht oder gekreuzt an der Tür montiert werden. Das Stangenschloss ist eine senkrechte Verriegelung, die sich über die gesamte Höhe der Türe erstreckt. Die bei vielen Altbautüren typischen Kassetteneinsätze aus Holz sind weniger massiv als der sie umgebende Türrahmen. Sie können daher relativ leicht durchbrochen werden. Eine zusätzliche Verstärkung des Türkastens wird empfohlen.

Was tun bei Fenstern und Balkontüren?
Fenster und Balkontüren sind leider allzu oft die wunden Punkte des Hauses bzw. der Wohnung, und Einbrecher wissen das zu nutzen. Deshalb müssen Fenster, Terrassentüren & Co ebenso gut gesichert sein wie der Haupteingang.

Zum Glück findet man auch hier vielfältige Komponenten zum Nachrüsten: Kippsicherungen, Stangenschlösser speziell für Fenster, Scharnierseitensicherungen, Fensterzusatzschlösser, Scherengitter oder Rollläden aus Metall. Fenstergitter sind insbesondere vor Kellerfenstern eine sinnvolle Lösung. Es gibt spezielle Sicherungsmaßnahmen, bei denen das Fenster oder die Balkontür sowohl im gekippten als auch im geschlossenen Zustand Schutz bietet. Damit kann bedenkenlos gelüftet werden.

Welche elektronischen Maßnahmen gibt es?
Elektronische Sicherheitsmaßnahmen sind all jene technischen Geräte, die Strom benötigen – also entweder am Stromnetz hängen oder von Batterien betrieben werden. Dazu gehören Alarmanlagen, Videoüberwachungssysteme, Gegensprechanlagen usw. – neuerdings auch komplette Smart-Home-Sicherheitspakete.

Elektronische Maßnahmen sind wichtige Komponenten in einem größeren Sicherheitskonzept, reichen alleine aber nicht aus, das eigene Heim wirkungsvoll zu schützen. Eine Alarmanlage ist bestimmt jene technische Maßnahme, von der sich Einbrecher am ehesten abschrecken lassen.

Was ist bei der Alarmanlage zu beachten?
An das Leben mit einer Alarmanlage muss man sich zunächst ein wenig gewöhnen. Fehlalarme sind in der Praxis kaum zu vermeiden. Nicht zuletzt deshalb ist der „direkte Draht“ zur Polizei für Privathaushalte nicht zwingend empfehlenswert (bei Fehlalarm fällt „Blaulichtsteuer“ an). Eine Alarmanlage kommt insbesondere dann in Frage, wenn in den vier Wänden wertvolle Gegenstände aufbewahrt werden. Auch für Ferienhäuser oder Stadtwohnungen mit leicht zugänglichem Balkon ist diese Maßnahme eine Überlegung wert.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Funk- und Kabel-Alarmanlagen. Funkanlagen sind etwas störanfälliger, eignen sich aber gut für einen nachträglichen Einbau. Bei Neubau oder Komplettrenovierung empfiehlt sich eine verkabelte Anlage.

Nicht zu vergessen: die regelmäßige Wartung der Anlage, damit sie im Notfall auch wirklich funktioniert. Mit dem Kauf eines Geräts bei einem konzessionierten Alarmanlagen-Errichter wird gleichzeitig ein Wartungs- und Servicevertrag abgeschlossen.

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