05.01.2020 06:00 |

Wichtigste Änderungen

Was wird aus der steirischen Gebietskrankenkasse?

Seit Jahresbeginn ist die weiß-grüne Gebietskrankenkasse Geschichte: Was bringt die große Umstellung den davon betroffenen Steirern? ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer beantwortet die „Krone“-Fragen.

Wie viele Versicherte und Mitarbeiter betrifft die Umstellung von der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse (GKK) auf die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK)?
Hierzulande sind etwa 970.000 ehemalige Versicherte der GKK von der großen Umstellung betroffen. Die Kassenfusion wurde aber auch für die 30.000 Anspruchsberechtigten der drei bisherigen steirischen Betriebskrankenkassen (Voestalpine Bahnsysteme, Kapfenberg und Zeltweg) schlagend, die jetzt ebenfalls bei der ÖGK versichert sind. In Summe betrifft diese Reform also rund eine Million Steirer. Insgesamt hat die neue Österreichische Gesundheitskasse etwa 7,2 Millionen Versicherte. Von den rund 12.000 ÖGK-Mitarbeitern entfallen etwa 1300 auf die Steiermark.

Wie sieht es mit den steirischen Beamten, Selbstständigen und Bauern aus?
Diese Gruppen sind nicht in der ÖGK versichert. Beamte gehören der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) an, Selbstständige und Bauern der Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS).

Werden Servicestellen der ehemaligen GKK in den steirischen Bezirken zusammengelegt oder geschlossen?
Nein, es bleiben alle Servicestellen erhalten. „Die Nähe zu den Kunden steht auf unserer Prioritätenliste ganz weit oben“, sagt Bernhard Wurzer, Generaldirektor der Österreichischen Gesundheitskasse.

Was ändert sich auf den ersten Blick für die betroffenen Versicherten?
Auf den ersten Blick neu sind nur der Name und das optische Erscheinungsbild des Versicherungsträgers. Der Übergang von der GKK zur ÖGK erfolgte für die Versicherten ja automatisch - das heißt, die Steirer können auch weiterhin mit der E-Card zum Arzt gehen.

Gibt es auch größere Neuerungen?
„Ja, spannend ist der zweite Blick“, sagt Wurzer, „es werden nämlich die Leistungen in vielen Bereichen spürbar verbessert.“ Einige Beispiele: Für reguläre Heilbehelfe wird der Maximalbetrag auf 1432 Euro angehoben, für Rollstühle und Prothesen auf 3580 Euro. Verbesserungen gibt es auch in den Bereichen Zahnersatz, Kieferorthopädie und Zahnbehandlung. Zudem wird der Selbstbehalt bei Krankentransporten bundesweit abgeschafft, dasselbe gilt auch für den Eigenkostenanteil bei orthopädischen Maßschuhen für Kinder.

Ändert sich etwas bei Krankenständen, den Wahlärzten und dem Krankengeld?
Nein, hier kommt es zu keinerlei Änderungen.

Bekommen steirische GKK-Versicherte ab sofort die gleichen Leistungen wie die Versicherten anderer Krankenversicherungen?
Bernhard Wurzer sieht die „Harmonisierung“ der Leistungen als das „eigentliche Kernstück der Reform“. Ein Beispiel dafür ist die österreichweite Aussetzung der Bewilligungspflicht für CT- und MRT-Untersuchungen bis Ende 2021, die bislang in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt wurde.

Auf welche Veränderungen müssen sich die Krankenkassen-Mitarbeiter einstellen?
Die Fusion wurde während des Regulärbetriebs der Gebietskrankenkassen vorbereitet. Unter anderem mussten 18.800 Formulare vereinheitlicht, 19.700 E-Mail-Adressen umgestellt und 12.500 Webseiten angepasst werden. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich bei einem derartig großen Reformprojekt die Mitarbeiter an die neue Strukturen und die veränderten Arbeitsabläufe gewöhnen müssen.

Wo liegen die großen Vorteile der Fusion?
Die Gesundheitskasse bewältigt ein riesiges Leistungsvolumen von 15,3 Milliarden Euro. Ziel sei laut dem ÖGK-Generaldirektor, die beträchtlichen Synergiepotenziale, welche die österreichweite Kasse biete, möglichst effizient zu heben.

Die E-Card wird nicht getauscht - warum?
Seit heuer werden ohnehin neue E-Cards - sie sind ein Produkt der Sozialversicherung, nicht der früheren GKK - aus Sicherheitsgründen mit Fotos ausgegeben.

Jörg Schwaiger
Jörg Schwaiger
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