28.12.2019 16:09 |

Podest nach Ski-Streit

ÖSV-Boss: „Bin froh, dass sie diesen Ski fährt“

Mikaela Shiffrin hat ihren kleinen vorweihnachtlichen Durchhänger hinter sich gelassen und erstmals den Riesentorlauf in Lienz gewonnen. Für die US-Amerikanerin war es der 63. Weltcupsieg, sie ist damit alleinige Zweite hinter Landfrau Lindsey Vonn (82), im gemischten Ranking fehlen nur noch vier Erfolge auf Marcel Hirscher. Katharina Liensberger beendete als Dritte die ÖSV-Podestflaute in Lienz. Und das nach dem Ski-Streit ...

Die bereits zur Halbzeit führende Shiffrin gewann am Samstag komfortable 1,36 Sekunden vor der Italienerin Marta Bassino und 1,82 vor Liensberger, die damit erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere und zum ersten Mal im Riesentorlauf auf dem Podest steht. Nach zwei Lienz-Auflagen ohne rot-weiß-rote Vertretung auf dem Stockerl, stieg erstmals wieder eine Österreicherin hinauf. Österreichs RTL-Damen warteten seit 24. November 2018 in Killington auf einen Podestplatz (Stephanie Brunner Dritte), seit 7. März 2016 in Jasna (Eva-Maria Brem) hat keine mehr gewonnen.

Ski-Streit
Liensberger arbeitete sich von Halbzeitrang sieben nach vor. „Das fühlt sich großartig an! Endlich konnte ich zeigen, was ich kann“, erklärte die Vorarlbergerin, die ihre beiden bisherigen Podestplätze in Österreich einfuhr, war sie im Jänner doch Slalom-Dritte in Flachau geworden. Beim Weltcup-Auftakt in Sölden hatte Liensberger noch gefehlt, weil sie eigentlich einen Materialwechsel vornehmen wollte, aber keinen gültigen Ausrüstervertrag hatte. Diesen unterschrieb sie erst am 15. November bei ihrer alten Skifirma (Rossignol), seit Levi ist sie damit wieder aktiv mit dabei.

„Ich bin froh, dass sie diesen Ski fährt. Die Gefahr, dass sie diesen Winter nicht fährt, habe ich nicht gesehen, wir wollten immer, das sie fährt. Wir sind froh, dass sie fährt, weil sie ein gutes Talent ist“, sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel im Zielraum. „Ich habe ihr in der Pause gesagt, sie braucht einfach drauf los fahren.“ Das tat Liensberger dann auch. „Der zweite Durchgang war volles Risiko.“

„Es war definitiv nicht leicht“
Liensberger dazu: „Mit jedem Schwung in der Vorbereitung ist mehr Vertrauen gekommen. Das Wesentliche ist das Vertrauen in mein Skifahren. Mit heute sieht man, was alles möglich ist. Das Riesentorlauf-Podium zählt extrem viel. Entscheidend für mich ist, dass ich Vertrauen durch Training bekomme. Und mir schlussendlich durch mein Skifahren bewusst mache, dass das Material, mit dem ich am Start stehe, das Beste für mich ist. Und dass ich da das Beste raushole. Es ist alles drinnen, es ist alles möglich. Es zählt, das auf die Ski zu bringen, was ich kann.“

Doch konnte die Vorarlbergerin den ganzen Material-Wirbel wirklich ausblenden? „Ich habe es versucht“, sagt sie. „Es ist definitiv nicht leicht für mich gewesen, das kann ich sagen. Das zeigt, dass es wichtig ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf das, was wirklich zählt, das ist schlussendlich Skifahren. Das ist schnell Skifahren. Mit Begeisterung schnell Skifahren. Das ist das, was ich bin, was mich ausmacht. Dass ich das beim Heimrennen in Lienz so zeigen kann, ist für mich großartig. Natürlich könnte man im Nachhinein sagen, man hätte es sich vielleicht anders gewünscht oder vorgestellt. Man kann nur positiv in die Zukunft blicken und das Beste für sich selbst machen. Ich kann definitiv sagen, das Einzige, das zählt, ist befreit Skifahren zu können.“

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