27.12.2019 10:30 |

Verjüngungskur

St. Johann: Jugendliche suchen Plätze zum Chillen

St. Johanns Jugendliche sind unzufrieden. Die jungen Pongauer stören sich am fehlenden Gastronomieangebot sowie an zu wenigen Orten ganz ohne einen Konsumzwang. Jetzt ist eine Arbeitsgruppe am Werk. 

Wo trefft ihr euch gerne? Stefan Ferge (17) und Julia Huber (14) aus St. Johann im Pongau kommen bei solch einer Frage ins Grübeln: „Bei uns gibt es nichts für Jugendliche“, sagen die Schüler. Das Ergebnis der St. Johanner Jugendumfrage (Akzente Pongau) aus dem Oktober untermauert die Einschätzung. Die jungen Pongauer hatten damals den Wunsch nach mehr Fortgehmöglichkeiten sowie Plätzen ohne Konsumzwang geäußert. „Wir haben viel zu wenig coole Bars, in denen man sich treffen kann“, sagt Ferge. Wegen des Rauchverbots machten auch die Shisha-Bars in der Stadt dicht.

„Dadurch gibt es jetzt noch weniger Orte für uns“, meint Ferge. Aktuell weicht er deswegen mit Freunden auf die Mc-Donalds-Filiale an der Bundesstraße aus. Das aber „ungern“, wie er unterstreicht.

Jedoch nicht das einzige Manko in St. Johann, wie beide finden. Volleyballspieler Ferge hätte gern mehr Sportplätze. „Wir haben nur zwei Beachvolleyball-Plätze, an verschiedenen Orten. Ist einer besetzt, dann muss ich ewig fahren bis ich beim anderen bin.“ Huber vermisst „junge“ Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt.

Bischofshofen als Vorbild für St. Johann?
Der Tenor der beiden: Die Entwicklung in St. Johann gehe in die falsche Richtung. Oft fahren sie „gezwungenermaßen“ in die Nachbarstadt Bischofshofen. Laut Huber gibt es dort mehr Freizeitmöglichkeiten für junge Leute. „In Bischofshofen wird immer mehr und mehr für Jugendliche getan, während es bei uns immer weniger wird“, sagt sie.

Bürgermeister Günther Mitterer (ÖVP) ist sich des Problems bewusst. „Ich weiß, dass es einiges aufzuholen gibt, aber es ist nicht die Aufgabe der Gemeinde, für Gastronomiemöglichkeiten zu sorgen. Den Jugendtreff haben wir sogar ausgebaut“, so der Stadtchef. Das Jugendzentrum ist aus Sicht von Ferge jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Darum arbeiten die Teenager derzeit zusammen mit Vizebürgermeisterin Evi Huber (SPÖ) ein Konzept aus. „Den Jugendlichen liegt viel daran, an der Gemeindearbeit teilhaben zu können“, meint Mitterers Stellvertreterin. Schon jetzt sprießen erste Ideen in der Konzeptgruppe: Die Jugendlichen träumen von Sitzmöbeln, die sie im Stadtzentrum aufstellen wollen. So soll nicht nur das Ortsbild aufgepeppt werden. „Die Jungen hätten dadurch auch mehr Plätze zum Chillen“, drückt es die SPÖ-Politikerin im dazu passenden Jugendslang aus.

Nikolaus Pichler
Nikolaus Pichler
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