NS-Kritiker

Bischof wird zum „Filmstar“

In der dunkelsten Zeit des vergangenen Jahrhunderts stand Michael Memelauer als Bischof an der Spitze der Diözese St. Pölten. Der Geistliche wandte sich damals in einer Predigt sogar offen gegen die NS-Euthanasie. Jetzt wird das Leben des Niederösterreichers verfilmt.

Von Jänner bis Mai des kommenden Jahres werden in der Diözese St. Pölten öfters Filmteams unterwegs sein. Denn Regisseurin Anita Lackenberg aus der Landeshauptstadt wird das Leben von Bischof Michael Memelauer auf Zelluloid bannen. Die Dreharbeiten spannen einen Bogen über die vielen Stationen des Geistlichen - von Sindelburg im Bezirk Amstetten, wo Memelauer anno 1874 das Licht der Welt erblickt hatte, über Seitenstetten, wo er das Gymnasium besuchte, bis nach St. Pölten, wo er zwischen 1927 und 1961 das Bischofsamt innehatte. Bekannt ist Memelauer vor allem durch seine Silvesterpredigt aus dem Jahr 1941, als er den Nazis mutig entgegenhielt: „Vor unserem Herrgott gibt es kein unwertes Leben.“

Übrigens: Als er ab 1952 die Bürde des hohen Amtes aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr allein tragen konnte, wurde ihm der spätere Erzbischof von Wien, Franz König, zur Seite gestellt. 1961 folgte Franz Žalk nach dem Tod Memelauers als Bischof der Diözese St. Pölten nach. Die Produktionsfirma „Kreativlösung“ sucht für die Dreharbeiten noch Kleidung aus den 1930er- bis 1950er-Jahren. Auch Statistinnen und Statisten für den Film können sich noch bei der Diözese in St. Pölten melden: 02742/32 41 15.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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