24.11.2019 13:32 |

Ergebnisse ab 16 Uhr

Steiermark wählt: Alles spricht für ÖVP-Triumph

Das „Super-Wahljahr 2019“ geht zu Ende: Nach Europa-, Nationalrats- und Vorarlberger Landtagswahl macht die Steiermark den Schlusspunkt. Alle Umfragen deuten auf einen Triumph von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hin, auch die Grünen sollten stark zulegen. SPÖ und FPÖ drohen Verluste. Die Wahllokale sind seit den frühen Morgenstunden geöffnet, kurz nach 16 Uhr wird es die erste Hochrechnung geben. Schützenhöfer kam um 9.30 Uhr mit seiner Ehefrau zur Stimmabgabe (siehe auch Video oben) und meinte, er suche die Zusammenarbeit und man solle „den Tag nicht vor dem Abend loben“. Er habe aber ein gutes Gefühl.

Ein Wahlkampf mit „Schichtbier“, Arnie-Video und dem großen Thema Klimaschutz ist zu Ende. Insgesamt dürfen 955.795 Steirerinnen und Steirer zu den Urnen gehen. Dabei sind die weiblichen Wahlberechtigten eindeutig in der Überzahl: 490.514 Frauen stehen 465.281 Männern gegenüber.

Mooskirchen hat wie schon bei der Nationalratswahl den Anfang gemacht. Überregional durch seine Autobahnabfahrt vielen ein Begriff, hat in der weststeirischen Gemeinde bereits um 6.30 Uhr das erste Wahllokal aufgesperrt. Im Regelfall öffneten die Wahllokale um 7 Uhr und blieben in den meisten Fällen bis 12 oder 13 Uhr offen. Graz macht um 16 Uhr den Schlusspunkt.

Video: Schützenhöfer hat „ein gutes Gefühl“:

Video: Kunasek kam mit dem Kinderwagen zum Wahllokal

Video: Schickhofer und Klimt bei den Stimmabgaben

Erste Hochrechnung kurz nach 16 Uhr
Kurz nach 16 Uhr wird es die erste Hochrechnung geben. Die Tendenzen der einzelnen Parteien sollten keine Überraschung sein. Alle Umfragen sehen einen deutlichen Triumph der ÖVP unter Hermann Schützenhöfer, die prognostizierten Werte liegen zwischen 32 und 35 Prozent (2015: 28,5 Prozent).

Zur Erinnerung: Schützenhöfer landete mit seiner ÖVP bei der letzten Wahl 2015 nur auf Platz zwei, knapp hinter der SPÖ von Franz Voves (er erreichte 29,3 Prozent). Dieser trat aber zurück und überließ seinem Freund Schützenhöfer das Landeshauptmannamt. Dieser wuchs in die Rolle des „Landesvaters“. Vielen Steirern ist gar nicht mehr bewusst, dass die ÖVP auf Listenplatz zwei steht - die Schwarzen haben diesen Umstand sogar extra plakatiert.

SPÖ droht weiteres Ungemach
Für die SPÖ zeichnet sich kein schöner Tag ab. Alle Umfragen sehen klare Verluste. Spitzenkandidat und Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer blieb dennoch bis zum Schluss beim Ziel, Nummer eins zu sein. Eine herbe Niederlage könnte neben Schickhofer auch Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner weiter in Bedrängnis bringen.

Affären überschatten blauen Wahlkampf
Die FPÖ muss ebenfalls mit deutlichen Verlusten rechnen - nicht zuletzt aufgrund zahlreicher (bundespolitischer) Affären. Stichwort: Casino-Postenschacher. Stichwort: Spesen-Affäre. Stichwort: Liederbuch-Affäre. Das Wahlziel der Blauen, die 2015 mit 26,8 Prozent schon an der Spitze schnupperten, liegt bei 20 Prozent - sogar das könnte eng werden. Positiv für Ex-Minister und Spitzenkandidat Mario Kunasek: Er dürfte fest im Sattel sitzen.

Die grüne Erfolgswelle
Auf einen weiteren Triumph im Jahr 2019 steuern die auf der Klimawelle surfenden Grünen zu. Sie taten sich bisher bei Landtagswahlen in der Steiermark stets schwer. Das Ergebnis von 2015 (6,7 Prozent) war schon das Höchste der Gefühle. Im Heimatbundesland von Bundesparteichef Werner Kogler könnte es diesmal aber ein zweistelliges Ergebnis geben, Umfragen sprechen von bis zu 13 Prozent. Manche träumen sogar schon von einer schwarz-grünen Koalition in der Steiermark.

Das dürfte rechnerisch aber nur möglich sein, wenn die KPÖ (wieder) und die NEOS (erstmals) in den Landtag einziehen. Entscheidend ist für beide Parteien, ob sie das Grundmandat im Wahlkreis Graz/Graz-Umgebung schaffen. Da mehr als 100.000 Wahlkarten ausgezählt werden, könnte die Entscheidung darüber erst am Montag fallen. KPÖ-Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler gab sich am verregneten Wahlsonntag nervös und hoffnungsvoll zugleich: „Nervös sind wir sehr. Die Stimmung in den letzten Tagen war sehr gut. Jetzt müssen wir aber schauen, ob es sich ausgeht. Ich hoffe es sehr“, so Klimt-Weithaler.

Kurz und Kogler in Graz
Die große bundespolitische Bedeutung der steirischen Wahl unterstreicht auch, dass hochrangiger Besuch aus Wien angesagt ist, etwa Altbundeskanzler Sebastian Kurz und Grünen-Chef Kogler. Bei den Roten ist Rendi-Wagner - wie schon im ganzen Wahlkampf - nicht erwünscht.

Jetzt sind die Steirer am Wort. Die Spannung ist groß.

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