„Kindeswohl gefährdet“

Missbrauchsvorwürfe: Kindergarten geschlossen

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen eine privat geführte Kindergarteneinrichtung in Niederösterreich ist die Betreuungsstätte nun mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Die Anhaltspunkte hatten sich zuletzt verdichtet, weshalb man schlussendlich die Reißleine zog. Die Bewilligung wird nun entzogen - die Betreiber weisen die erhobenen Vorwürfe entschieden zurück.

In den vergangenen Wochen sei man fast täglich mit Aufsicht vor Ort gewesen, und die Vorwürfe hätten sich dabei verdichtet, erklärte die zuständige Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) gegenüber dem ORF Niederösterreich - und zwar „in einem Ausmaß, das das Kindeswohl gefährdet erscheinen lässt“, erklärte sie weiter.

„Im Sinne des Kindeswohles“
„Deswegen haben wir und habe auch ich die Entscheidung getroffen, dass wir im Sinne des Kindeswohles der betroffenen Einrichtung zunächst die Bewilligung entziehen“, wird Teschl-Hofmeister zitiert. Für die Kinder wurde bereits eine neue Örtlichkeit zur Verfügung gestellt, um die Betreuung weiter zu sichern, und zwar in leer stehenden Räumlichkeiten eines Landeskindergartens, hieß es weiter. Näheres zu den Vorwürfen nannte Teschl-Hofmeister mit Verweis auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht.

Übergriffe, physische und psychische Gewalt
Aussagen mehrere Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren zufolge hatten darauf hingewiesen, dass es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein dürfte, etwa bei Übernachtungen in den Räumlichkeiten, jedoch war auch von Eltern zu hören, dass es über Monate zu „physischer und psychischer Gewalt“ gegen die Kinder gekommen sein soll, wie etwa der „Kurier“ schrieb.

„Dirty Campaigning“
Die Betreiber weisen die erhobenen Vorwürfe zurück, wie Rechtsanwältin Astrid Wagner erklärte. So werde von „einer ganz kleinen Gruppe von Eltern hier ein regelrechtes ,Dirty Campaigning‘ betrieben“, so Wagner gegenüber dem ORF. Diesen stünde eine große Gruppe von „Eltern von 28 Kindern gegenüber, die absolut zufrieden sind“, ließ sie wissen. Die Suppe sei sehr dünn, schaue man in den Gerichtsakt.

Nun ist die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt am Zug, um die Umstände zu klären.

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