19.11.2019 08:00 |

Keine Verletzten

Schwere Murenabgänge und Evakuierungen in Tirol

Wie bereits vermutet und auch berichtet, kam es noch am Montag Abend bzw. in der Nacht auf Dienstag zu Murenabgängen sowie Evakuierungen. Die Schauplätze waren die drei Tiroler Gemeinden Natters, Dölsach und Gaimberg. Verletzt wurde zum Glück niemand, die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Die Stromversorgung konnte hingegen immer noch nicht vollständig wiederhergestellt werden. Noch immer sind rund 1000 Haushalte ohne Strom. 

Bereits am späten Nachmittag setzte sich in Natters ein steiler, durchweichter Hang auf einer Breite von 20 Metern ab. Eine akute Gefährdung für das darunter befindliche Haus entstand. 

Bewohnerin (92) und Pflegerin evakuiert
Nach Begutachtung des Hanges durch den Landesgeologen wurden die 92-jährige Bewohnerin und ihre bulgarische Pflegerin umgehend evakuiert und bei ihren Verwandten untergebracht. Als weitere Maßnahme wurde eine Pferdekoppel oberhalb des Hanges gesperrt und die Pferde entfernt. 

Mure beschädigte Steinschlagsicherung und drang ins Innere eines Wohnhauses
Oberhalb von Dölsach in Osttirol hingegen setzte sich gegen 00.23 Uhr nach den hohen Niederschlagsmengen der vergangenen Tage der aufgeweichte Boden als Mure aus Geröll und Erdmassen samt umgerissener Bäume in Bäume in Bewegung und beschädigte eine Steinschlagsicherung der Gemeindestraße sowie zwei darunterliegende Wohnhäuser samt einer Holzhütte teils schwer.

Bei einem der Wohnhäuser kam es über die eingedrückten Fenster zu einer Vermurung im Gebäudeinnen. Die betroffenen Bewohner wurden evakuiert und bei Verwandten untergebracht. Personen kamen nicht zu Schaden. 

Hang wurde durch Baggerarbeiten instabil
Und auch in Gaimberg im Bezirk Lienz war die Lage am Samstag Abend angespannt. Gegen 18 Uhr wurden bei einem steil abfallenden Hang unterhalb eines Rohbaus samt Swimmingpool mehrere verbaute Elemente einer Hangsicherung durch Baggerarbeiten aus der Bodenverankerung gerissen, um diese auszutauschen.

Da der Hang durch diese Arbeiten instabil erschien und auf die darunterliegenden Wohnhäuser abzurutschen drohte, wurden die Arbeiten vom Bürgermeister eingestellt. 

Die Begutachtung des Hanges durch den Landesgeologen ergab, dass die Hangsicherung wegen mehrerer gebrochener Sicherungselemente instabil und nicht mehr gegeben war. 

18 Personen wurden sicherheitshalber evakuiert
Ein Hangrutsch war somit nicht mehr auszuschließen, weshalb auf Anraten der Landesgeologen und auf Anordnung des Bürgermeisters die darunter befindlichen Wohnhäuser evakuiert wurden. Insgesamt wurden 18 Personen aus sieben Häusern zum Teil in einem Hotel oder bei Verwandten untergebracht. Verletzt wurde niemand.

Am Dienstag erfolgt nach Abschluss der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen der Hangsicherung eine neuerliche Begutachtung durch den Landesgeologen.

Rund 1000 ohne Strom
Die Arbeiten an der Stromversorgung laufen indes weiter. Noch immer sind rund 1000 Haushalte ohne Strom. Hauptbetroffen von den Stromausfällen sind das Tauern- und Kalsertal, das Villgratental sowie das hintere Lesachtal bis zur Landesgrenze. Im Laufe des Dienstags ist laut Tinetz mit neuerlichen kurzen Unterbrechungen zu rechnen, weil weitere Sicherungsmaßnahmen entlang der Leitungen vorzunehmen seien. Bis etwa 15.00 Uhr hoffe man, die 110 kV-Leitung nach Sillian in Betrieb nehmen zu können. Dann hätten das Puster-, Villgraten- und Lesachtal wieder eine sichere Anspeisung.

Wie der Tag verlaufen werde, hänge stark vom Wetter ab und wie weit die Front über Osttirol hinwegzieht. Für den Dienstag ist im Bezirk wieder mit starken Schneefällen zu rechnen, bevor dann am Mittwoch Wetterbesserung eintreten sollte.

Auch viele Straßen bleiben nach wie vor gesperrt. So etwa die Felbertauernstraße von Matrei bis Mittersill, die Sankt Veiter Straße, die Villgratentalstraße oder die Defereggentalstraße ab Huben.

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