16.11.2019 11:41 |

Fall Rodney Reed

Prominente Fürsprecher: Texas stoppt Hinrichtung

In einem aufsehenerregenden Kriminalitätsfall hat ein Gericht im US-Bundesstaat Texas die geplante Hinrichtung eines verurteilten Mörders vorerst gestoppt. Das teilte die Organisation Innocence Project mit, die den Betroffenen Rodney Reed (51) vertritt. Demonstranten hatten schon am Mittwoch im texanischen Bastrop Reeds Freilassung und ein neues Verfahren gefordert.

Auch Politiker, Prominente - darunter Reality-Star Kim Kardashian - und der EU-Botschafter in den USA hatten sich in den Fall eingeschaltet. Eine Petition verzeichnete mehr als 2,9 Millionen Unterschriften. Reeds Unterstützer trugen ihren Protest auch auf die Straße.

Rodney Reed sitzt nach Angaben von Innocence Project seit 1998 wegen des Mordes an einer jungen Frau 1996 in der Todeszelle. Am kommenden Mittwoch hätte er hingerichtet werden sollen.

EU-Botschafter äußerte „erhebliche Zweifel an Schuld“
Der EU-Botschafter in den USA, Stravros Lambrindis, hatte den Gouverneur von Texas, Greg Abbott, aufgerufen, Reed zu begnadigen. Die Beweislage in dem Fall werfe „erheblichen Zweifel an Reeds Schuld auf“, schrieb Lambrindis am 30. Oktober in einem Brief.

Reed beteuerte stets seine Unschuld. Dass seine DNA an dem Mordopfer gefunden wurde, erklärt er mit einer Affäre mit der Frau und einvernehmlichem Sex am Tag der Ermordung.

Seine Anwälte fordern, dass die Tatwaffe auf DNA von Reed hin überprüft werde. Sie verweisen auf Zeugen, die den Verlobten der Frau als mutmaßlichen Täter in den Fokus rücken. Der falsche Mann sei in die Todeszelle gekommen, hatte Anwalt Bryce Benjet am Dienstag erklärt.

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