12.11.2019 13:41 |

Köder für Greifvögel

„Gift-Tauben“ landeten in Kärntner Wildstation

Die Vogelschutz-Organisation BirdLife ermittelt seit längerem gegen Unbekannte, die mit Gift bestrichene Tauben als Köder für Greifvögel einsetzen. Einige „Kamikaze-Tauben“ landeten auch in der Natur- und Wildstation von Dietmar Streitmaier. Der ist verärgert: „Uns hat niemand vor dem Gift gewarnt!“

„Wir wussten nichts davon, dass markierte Zuchttauben mit Gift bestrichen und somit als Köder für Greifvögel eingesetzt wurden“, sagt Dietmar Streitmaier, der seit mehr als 30 Jahren eine Wildtier-Pflegestation in Steuerberg betreibt. „Ich kann nicht ausschließen, dass meine Mithelfer und ich oder auch die Mitarbeiter in den Tierheimen mit diesem Gift in Kontakt gekommen sind.“

Allein in den vergangenen Jahren wurden in der Natur- und Wildstation mehr als 70 verletzte Straßen-, Wild- und Zuchttauben abgegeben. „Mehrere von ihnen waren markiert!“, erinnert sich der 62-Jährige: „Hätten wir von den ,Kamikaze-Tauben‘ gewusst, dann wären wir mit den Tieren vorsichtiger umgegangen. Verendete Tauben wurden sogar als natürliches Futtermittel an Tag- und Nachtgreifvögel verfüttert. Ich weiß nicht, ob einige meiner ehemaligen gefiederten Patienten nach der Freilassung draußen in der Natur elendig zugrunde gegangen sind.“

Streitmaier ist erschüttert, dass solche wichtigen Informationen nicht untereinander ausgetauscht werden. „Ich dachte immer, die Züchter färben ihre Tauben rot und pink ein, um sie besser wiederzuerkennen. Auf die Idee, sie könnten Köder sein, wäre ich nie gekommen.“

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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