08.11.2019 20:00 |

„Nicht zielführend“

Rektorenteam der Med-Uni gegen neue Studienplätze

Seit zwei Jahren leitet Wolfgang Fleischhacker mit seinem Rektorenteam die Medizin Uni Innsbruck. Am Donnerstag wurde Zwischenbilanz gezogen. Dabei erteilte die Uniführung dem Wunsch nach mehr Studienplätzen eine Absage. Auch die Idee einer eigenen Tiroler Medical School wird als „nicht zielführend“ gewertet.

Der Ärztemangel ist ein bestimmendes Thema in der Gesundheitspolitik. Das Problem lasse sich jedoch nicht durch mehr Studienplätze lösen, sind sich Rektor Fleischhacker und sein für Lehre zuständiger Vize Peter Loidl einig. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, aktuelle Vorsitzende der Landeshauptleute-Konferenz, hat die Idee dieser Tage wieder ins Spiel gebracht.

Österreicher-Quote könnte in Gefahr sein
„Österreich hat schon jetzt im Verhältnis zur Bevölkerung mehr Studienplätze als Deutschland und viele andere europäische Staaten. Wird weiter aufgestockt, droht die Quotenregelung zur Sicherung von Studienplätzen für heimische Bewerber zu fallen. Dann studieren in Innsbruck bald hauptsächlich Deutsche, so wie es sich jetzt schon in der Zahnmedizin abzeichnet“, beschreibt Loidl das drohende Szenario.

Auch von der Idee einer Medical School als zusätzliche Ausbildungsstätte hält Rektor Fleischhacker wenig. Die Sicherung der Primärversorgung sei so nicht zu bewerkstelligen. Der Rektor verweist auf die eingeleitete Aufwertung der Allgemeinmedizin an der Uni. Ziel müsse es sein, die Absolventen im Land zu halten.

3000 Medizin-Studenten hat Innsbruck. Die Erfolgsquote ist hoch, 97 Prozent schließen das Studium auch ab. Viele kehren danach Tirol den Rücken, weil sie anderswo leichter einen Praxisplatz bekommen. Fleischhacker hofft auf die laufenden Verhandlungen mit den Tirol Kliniken.

Verhandelt wird auch mit anderen Stellen, weil künftig Forschungsgelder der Nationalbank und des Wissenschaftsfonds fehlen. Vize-Rektorin Christine Bandtlow: „Ohne Förderung ist die Unabhängigkeit der Uni in Gefahr.“

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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