Liederbuch-Affäre

Kultusgemeinde: „Hofer muss umgehend zurücktreten“

Österreich
03.11.2019 06:00

Weil der FPÖ-Chef im Liederbuch-Skandal keine personellen Konsequenzen zieht, fordert Oskar Deutsch dessen Rücktritt als Nationalratspräsident. Der Chef der Israelitischen Kultusgemeinde findet Hofers Distanzierungen „nicht glaubwürdig“.

Da halfen keine schönen Worte, keine Antisemitismus-Distanzierungen und keine Israelreisen der Blauen mitsamt Touren durch die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem: Die FPÖ wurde selbst als Regierungspartei von der Israelitischen Kultusgemeinde boykottiert. Veranstaltungen, bei denen Blaue waren, wurden nicht besucht. Auch das offizielle Israel mied die FPÖ.

FPÖ-Parteichef Norbert Hofer (Bild: EPA)
FPÖ-Parteichef Norbert Hofer

„Hofer hat sich disqualifiziert“
Das jüngst rund um die Burschenschaft des FPÖ-Mandatars Wolfgang Zanger aufgetauchte und vor Antisemitismus strotzende Nazi-Liederbuch führt nun zu einer neuerlichen Eskalation im Verhältnis zwischen der FPÖ und der jüdischen Gemeinde: Weil der erneut am extrem rechten Rand für Wirbel sorgende Zanger nicht von Hofer aus der FPÖ geworfen wird, fordert IKG-Chef Oskar Deutsch, dass der FPÖ-Chef seinen Job als Dritter Nationalratspräsident aufgibt. Hofer habe sich „disqualifiziert und muss umgehend von seinem Amt zurücktreten“, sagt Deutsch zur „Krone“.

Denn: „Den Worten folgen - wie so oft - keine Taten, es gibt keine Konsequenzen. Damit sind die Nazilieder ein FPÖ-Skandal.“ Zanger selbst sei wegen fehlender Einsicht „untragbar“, Politiker wie der blaue Steirer „schaden der Republik Österreich“.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

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