30.10.2019 07:50 |

„Krone“-Kommentar

Das Abdullah-Zentrum: Eine Plattform des Dialoges

Es zeugte von internationalem Weitblick und einem großen Sinn für Diplomatie und Dialogkultur, als die damaligen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP vor mehr als sieben Jahren entschieden, Österreich solle Gründungsmitglied des König-Abdullah-Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog werden, das verkürzt oft Saudi-Zentrum genannt wird.

Neben Österreich und Saudi-Arabien zählen Spanien und der Vatikan, der sich stets für den internationalen Dialog einsetzt, zu den Gründungsmitgliedern dieser Organisation mit Sitz in Wien. Einer Stadt, die auch UNO-Sitz ist und die tatsächlich weltweit angesehen ist für die hier praktizierte internationale Gesprächskultur.

Das Abdullah-Zentrum bietet seither eine Plattform des Dialoges, die sich nicht zuletzt durch ganz besondere Diskretion auszeichnet. Hier können Menschen und damit Staaten miteinander reden, die das selbst bei der UNO in New York niemals könnten, weil sie fürchten müssten, auf dem Gang gemeinsam gesehen zu werden. Außerdem ist das Abdullah-Zentrum eine muslimische Initiative, das verleiht ihm in der heiklen Nahostregion Gewicht.

Und der britische Rabbiner David Rosen, ein Direktoriumsmitglied, erklärte jüngst in einem „profil“-Interview, dass auch Saudi-Arabien sich geöffnet habe: „Erstmals hat ein Kardinal dort eine Messe gelesen. Christen haben öffentlich gebetet. Nur weil man es nicht von A bis Z geschafft hat, ist es dann schlecht, wenn man von A nach C gekommen ist?“

Christian Hauenstein, Kronen Zeitung

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