09.10.2019 19:51 |

Im Grazer Süden

Nach heftigem Widerstand: Murkraftwerk in Betrieb

Das Grazer Murkraftwerk hat im Rahmen einer Eröffnungsfeier am Mittwoch offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Der 88 Millionen Euro teure Bau begann im Jänner 2017 nach der Grazer Gemeinderatswahl und sorgte für viele Proteste von Umweltaktivisten. Das Kraftwerk wird Strom für rund 20.000 Haushalte beliefern. Neben Worten des Lobes von Politik und Betreibern gab es auch Kritik von Umweltschützern.

Das Projekt zählt zu den größten Investitionen in der Geschichte der Energie Steiermark, die sich nach eigenen Angaben auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz fokussiert haben. Mit einer Leistung von 17,7 Megawatt soll das Kraftwerk jährlich 82 Millionen Kilowattstunden Strom ins Netz einspeisen und damit einen Ausstoß von über 60.000 Tonnen CO2 einsparen.

Errichtet von regionalen Unternehmen
Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sprach bei der Eröffnung von einem „Symbol der steirischen Innovationskraft“. Der Bau wurde überwiegend von steirischen Betrieben ausgeführt. So seien mehr als 90 Prozent der Aufträge an regionalen Unternehmen geflossen.

Für Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) sei es klar, dass weiterhin auf erneuerbare Energie gesetzt werden müsse: „Wir müssen heute handeln, um unseren Kindern morgen und übermorgen ein gutes Klima zu sichern“, sagte der SPÖ-Politiker.

Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) - wie die Betreiber in der Zeit des Baus mit Protesten konfrontiert - wurde nicht müde, seine „große persönliche Freude über die Fertigstellung dieses größten Klimaschutz-Projektes in der Landeshauptstadt“ zu betonen.

„Kein guter Tag für die österreichische Ökobilanz“
Laut Umweltdachverband habe das Kraftwerk nichts mit nachhaltigem Klimaschutz zu tun. „Heute ist kein guter Tag für die österreichische Ökobilanz - ,sauber‘ geht definitiv anders. Das Murkraftwerk beutet ein Flussjuwel weiter aus, dessen ökologische Bedeutung gar nicht hoch genug geschätzt werden kann. Die Mur ist ein einzigartiger Biodiversitätshotspot, insbesondere für die Fischfauna“, hieß es in einer Aussendung.

Weiters wurde gefordert, kein weiteres Kraftwerk mehr an der Mur zu errichten. Für das Kraftwerk Puntigam war umfangreich gerodet worden, Aktivisten hatten sich u.a. an Bäume gekettet, um die Bauarbeiten zu behindern. Die Energie Steiermark nach eigenen Angaben auf 99 Ausgleichsmaßnahmen, unter anderem die Pflanzung tausender neuer Bäume.

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