04.10.2019 16:33 |

Zwischenstand

Vorzugsstimmen: Kurz weit vorne, Kickl vor Hofer

Wahlerfolg auf ganzer Linie für Sebastian Kurz: Laut dem bisher veröffentlichten Zwischenstand in sieben Bundesländern liegt der ÖVP-Chef (im Video oben bei der Party am Wahlsonntag) auch bei den bundesweit antretenden Kandidaten auf Platz eins. Und das mit deutlichem Vorsprung. Kurz kommt derzeit auf 129.532 Vorzugsstimmen. FPÖ-Listenzweiter Herbert Kickl kommt auf 58.158 und liegt damit vor FPÖ-Chef Norbert Hofer (23.620) auf Platz zwei. SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner rangiert hinter dem grünen Spitzenkandidaten Werner Kogler nur auf Platz fünf. 

Laut APA-Berechnungen liegt Kurz bereits uneinholbar vorne. Fast die Hälfte seiner Stimmen lukrierte der türkise Spitzenkandidat mit 61.339 Stimmen allein in Niederösterreich, dahinter kommen Tirol (19.605) und Oberösterreich (14.199). Da er allein mit den bisher erreichten 129.532 die Hürde von sieben Prozent der auf seine Partei entfallenden Stimmen (also über 125.259) übersprungen hat, wäre Kurz vorgereiht worden. Da er aber ohnedies Listenerster ist, kommt das nicht infrage.

Kurz bereits 2013 und 2017 Vorzugsstimmenkaiser
Bei Nationalratswahlen sind Vorzugsstimmen auf Bundesebene erst seit 2013 möglich. Die Stimmen werden extra gezählt und nicht mit jenen, die auf Regionalwahlkreis- oder Landeswahlkreisebene vergeben werden, vermischt. Bereits bei den Nationalratswahlen 2013 und 2017 schaffte ebenfalls Kurz den ersten Platz der bundesweiten Vorzugsstimmen.

Bei den Freiheitlichen hat Kickl von den bisher ausgewerteten Ländern bisher den meisten Zuspruch in Niederösterreich (17.838) und Oberösterreich (11.535) erhalten. Er liegt dort weit vor FPÖ-Chef Hofer, der in Niederösterreich 7901 Vorzugsstimmen bekam und in Oberösterreich rund ein Viertel des Zuspruches von Kickl (3074).

Hofer ärgert sich über Namensvetter auf FPÖ-Liste
Hofer hatte jedoch bereits tags zuvor beklagt, dass eine erkleckliche Anzahl seiner Vorzugsstimmen ungültig sei, weil es auf der freiheitlichen Bundesliste einen Kandidaten mit demselben Familiennamen gab. Stimmzetteln, die lediglich „Hofer“ als Vorzugsstimme auswiesen, seien somit als ungültig gewertet worden, so die Kritik. Interessant ist, dass Kickl sogar ohne Wien und Burgenland Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache überholt hat, der bei der NR-Wahl 2017 41.479 Vorzugsstimmen holte.

Salzburger SPÖ-Gemeinderat in drei Ländern vor Rendi-Wagner
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner kommt in den sieben Ländern insgesamt auf 12.911 Stimmen, die meisten davon mit 4830 aus Niederösterreich. Bemerkenswert ist aber, dass der Salzburger SPÖ-Gemeinderat Tarik Mete, der auf Platz 134 der Bundesliste kandidierte, bisher 7390 Stimmen bekam - und damit mehr als die Hälfte von Rendi-Wagner. In den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich und Tirol überholte er sogar die Parteichefin.

Grünen-Spitzenkandidat Werner Kogler hat in den sieben Ländern insgesamt 16.086 „persönliche“ Stimmen eingesammelt. Neben Niederösterreich (4000) kamen die meisten mit 4033 aus Koglers Heimatbundesland, der Steiermark. Im Ranking der Spitzenkandidaten machte NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger mit 8576 Stimmen den fünften Platz, vor JETZT-Frontmann Peter Pilz (2652).

Vorzugsstimmen: Endgültiges Ergebnis liegt am 16. Oktober vor
Die endgültige Bilanz veröffentlicht das Innenministerium am 16. Oktober nach der Sitzung der Bundeswahlbehörde. Da die Wahlbehörden in Wien und dem Burgenland mit der Veröffentlichung der bundesweiten Vorzugsstimmen bis dato auf sich warten ließen, liegen bisher nur die Zahlen für sieben Bundesländer vor.

Amtlich: 75,6 Prozent Wahlbeteiligung bei ÖVP-Sieg
Seit Donnerstag ist das Ergebnis der Nationalratswahl komplett, alle Wahlkarten sind ausgezählt. Mit insgesamt 958.071 abgegebenen Wahlkarten- und Briefwahlstimmen stieg die Wahlbeteiligung zwar noch auf 75,6 Prozent. Aber das bedeutet - mit einem Rückgang um 4,41 Prozentpunkte - immer noch die zweitniedrigste Beteiligung in der Zweiten Republik. An den Stimmenanteilen änderten die 32.752 am Montag ausgewerteten Wahlkarten nicht viel.

ÖVP und Grüne als große Wahlsieger
Große Wahlsieger dieser - wegen des Regierungscrashs nach der Ibiza-Affäre der FPÖ ausgerufenen - Neuwahl waren die ÖVP und die Grünen. Der ÖVP gelang es erstmals seit 1966, den (2017 errungenen) ersten Platz zu verteidigen - sie legte noch einmal kräftig, um 5,99 Punkte, auf 37,46 Prozent zu. Die Grünen feierten zwei Jahre nach ihrem Rauswurf mit dem besten Ergebnis der Parteigeschichte, 13,9 Prozent (plus 10,10) ein fulminantes Comeback.

Hoher Frauenanteil: SPÖ und Grüne erhalten Finanzbonus
Nach Auszählung der Briefwahlstimmen steht - mit Ausnahme der FPÖ - außerdem fest, wer in den Nationalrat einzieht. Somit ist auch klar, wer vom erstmals vergebenen Finanzbonus für einen über 40-prozentigen Frauenanteil profitieren kann. Es sind Grüne und SPÖ. Die ÖVP hat auf die Zusatzzahlung durch Umreihungen verzichtet.

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